Pandemie-Newsblog

Kreis Recklinghausen: Die Inzidenz steigt langsam, aber stetig an

Die Zahlen zu den Corona-Infektionen im Kreis Recklinghausen aktualisieren wir regelmäßig. Wir halten Sie im Newsblog auf dem Laufenden. Am Sonntag, 25. Juli, steigt die Inzidenz weiter - von 11,7 auf 12,2. Sie liegt damit weiterhin über der bedeutsamen Schwelle von 10,0.
Das Impfzentrum des Kreises RE am Konrad-Adenauer-Platz in Recklinghausen. © Meike Holz

Update 25. Juli, 11.30 Uhr

Langsam, aber stetig klettert die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Recklinghausen wieder nach oben. Am Sonntag liegt der Wert bei 12,2 – nach 11,7 am Vortag. Zum Vergleich: Am Donnerstag, 8. Juli, hatte die Inzidenz mit 3,6 ihren vorläufigen Tiefstwert erreicht.

Schon ab morgen (26.7.) gelten für ganz Nordrhein-Westfalen wieder mehr Einschränkungen. Bei den verschärften Regeln der Inzidenzstufe 1, die dann in Kraft treten, gibt es zum Beispiel wieder Kontaktbeschränkungen: Treffen im öffentlichen Raum sind auf Angehörige aus fünf Haushalten begrenzt. Aktuell existiert überhaupt kein Limit. Für Kulturveranstaltungen (Theater, Kino, Konzert) ist wieder zwingend ein Test vorgeschrieben, sofern die Besucher nicht vollständig geimpft oder von Corona genesen sind. Ein Freibadbesuch bleibt allerdings auch in der Stufe 1 ohne Test möglich, ebenso wie ein Besuch im Innenbereich eines Restaurants.

Bei den genannten Zahlen handelt es sich um die Werte, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht werden und entscheidend sind für die Anordnung staatlicher Maßnahmen. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen wieder.

Der Nachbarkreis Borken liegt genauso wie Münster bereits länger deutlich über 10. So gelten in Borken bereits seit Dienstag, 20. Juli, wieder die verschärften Maßnahmen der Stufe 1. In Münster ist dies seit Mittwoch, 21. Juli, der Fall.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit der höchsten Inzidenz

Auch im Kreis Recklinghausen dominiert nach Angaben des Gesundheitsamtes die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus das Geschehen. Experten des Robert-Koch-Instituts gehen davon aus, dass bereits bis zu 75 Prozent aller Neuinfektionen auf die erstmals in Indien aufgetauchte Mutation zurückzuführen sind. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind aktuell im Kreis Recklinghausen die gefährdetsten Personengruppen. Bei den 10- bis 19-Jährigen beträgt der Inzidenzwert mittlerweile 31,6 (Stand 23. Juli), bei den 20- bis 29-Jährigen 18,5.

Eine vollständige Impfung gilt als bester Schutz vor Delta – vor allem auch gegen schwere Verläufe der Erkrankung. Die Impfzentren in der Region verfügen im Moment über freie Terminkapazitäten und jede Menge Impfstoff, in Recklinghausen geht es sogar seit Freitag, 9. Juli, ganz flexibel ohne Termin. Verimpft werden die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Auch Kinder ab 12 Jahren werden im Impfzentrum geimpft

Ab nächster Woche können auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren im Recklinghäuser Impfzentrum immunisiert werden. Geimpft wird immer am Mittwoch und am Samstag zwischen 14 und 18.30 Uhr. „In dieser Zeit werden wir dann auch die entsprechenden Mediziner vor Ort haben, die die Gespräche mit den jungen Menschen und ihren Eltern führen“, erklärt Dr. Hermann Geldmann, medizinischer Leiter des Impfzentrums. Damit das eigene Kind geimpft werden kann, muss die Einwilligung aller sorgeberechtigen Personen vorliegen. Für das Aufklärungsgespräch sollte etwas mehr Zeit mitgebracht werden.

Die Impfung der Kinder und Jugendlichen ist – wie die Impfung aller – ohne vorherige Terminvereinbarung an den entsprechenden beiden Nachmittagen möglich. Mitgebracht werden sollten der Personalausweis und falls vorhanden Impfpass und Gesundheitskarte.

Frühere Impfung nach Infektion möglich

Das Land NRW hat seine Vorgaben auch in anderer Hinsicht aktualisiert: Wer mit dem Corona-Virus infiziert war, aber keine Beschwerden und somit einen asymptomatischen Krankheitsverlauf hatte, kann bereits vier Wochen nach der Labordiagnose geimpft werden – statt nach sechs Monaten. Das teilte die Kreisverwaltung mit. In Einzelfällen könne eine frühere Impfung auch bei Krankheitsverläufen mit Symptomen sinnvoll sein, hieß es. Dann sollte die Genesung wiederum, nicht das Testergebnis, mindestens vier Wochen zurückliegen. Als Nachweis müssen Genesene ihr positives PCR-Testergebnis bzw. einen Nachweis über die Genesung vorlegen. Ebenfalls kürzere Abstände sind ab sofort bei Impfungen mit dem Impfstoff Biontech möglich. Das Impfintervall soll auf den Mindestabstand von drei Wochen reduziert werden (statt bisher sechs Wochen).

Regierungsbezirk: Nur noch Gelsenkirchen und Warendorf unter 10

Im Regierungsbezirk Münster liegen laut RKI nur noch Gelsenkirchen und der Kreis Warendorf unter der Schwelle von 10,0. Hier die Übersicht über die Inzidenzwerte aller Städte und Kreise im Regierungsbezirk (Stand 25. Juli, 0 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Stadt Münster 15,5 (14,6)

– Kreis Borken 15,4 (13,8)

– Stadt Bottrop 13,6 (11,1)

– Kreis Steinfurt 13,2 (10,7)

– Kreis Recklinghausen 12,2 (11,7)

– Kreis Coesfeld 11,8 (13,6)

– Stadt Gelsenkirchen 8,9 (8,9)

– Kreis Warendorf 7,2 (6,5)

Am Wochenende keine aktuellen Zahlen vom Kreis

Der Kreis Recklinghausen aktualisiert seine Zahlen für den Kreis und seine Städte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie am Wochenende vorerst nicht mehr. Begründet wird diese Entscheidung von der Kreisverwaltung damit, dass aktuell „die Veränderung der Infektionszahlen im Kreis Recklinghausen sehr gering ist“. Die statistische Verarbeitung der Daten vom Wochenende erfolge nun erst am Montagmorgen. Weiter heißt es: „Sollte sich die Lage im Kreisgebiet grundlegend ändern, wird die Kreisverwaltung den Rhythmus der Veröffentlichungen den Gegebenheiten erneut anpassen.“

Die folgenden Angaben geben deshalb den Stand von Freitag (23. Juli) wieder:

Der vom Kreis Recklinghausen erhobene Inzidenzwert war am Freitag leicht gesunken und lag bei 11,1 (Vortag: 11,7). Datteln hat weiterhin den höchsten Inzidenzwert – mit 26,0. Hier die Situation in den kreisangehörigen Städten (Stand 23. Juli, 7.15 Uhr; Vortageswert in Klammern):

– Datteln 26,0 (20,2)

– Gladbeck 15,9 (19,8)

Dorsten 14,7 (9,4)

– Oer-Erkenschwick 12,7 (12,7)

– Recklinghausen 10,8 (11,7)

– Marl 9,5 (10,7)

– Castrop-Rauxel 9,5 (9,5)

– Haltern 5,3 (5,3)

– Waltrop 3,4 (10,2)

– Herten 3,2 (8,1)

Gesamt 11,1 (11,7)

Insgesamt galten am Freitag 118 Menschen im Kreis Recklinghausen als infiziert, das sind sieben mehr als am Donnerstag. Die Zahl der Verstorbenen bleibt bei 983. Acht Covid-19-Patienten sind – Stand 23. Juli – in den Kliniken im Kreisgebiet in stationärer Behandlung. Vier werden auf der Intensivstation behandelt, drei müssen beatmet werden. Laut Divi-Intensivregister sind im Kreis RE 35 von 195 Intensivbetten nicht belegt.

Geimpft wurden bisher – Stand 21. Juli – im Kreis 366.730 Personen. Davon haben 67.115 nur die Erstimpfung und 299.615 auch schon die Zweitimpfung erhalten. Seit dem 27.12.2020 wurden in den zehn Städten insgesamt 646.844 Impfdosen verabreicht. Die Zahlen auf Kreisebene sind aber nicht mehr vollständig, da die Impfungen der Betriebs- und Privatärzte fehlen. Diese geben ihre Zahlen direkt ans RKI und nicht an die Kassenärztliche Vereinigung und damit nicht an den Kreis weiter. Vollständig geimpft sind in ganz NRW 50,4 Prozent. Dazu kommen 13,3 Prozent, die nur die Erstimpfung erhalten haben.

Die detaillierten Zahlen aus dem Kreis Recklinghausen

Die detaillierten Corona-Zahlen aus den Städten vom 23. Juli (Fälle insgesamt, Genesene, Verstorbene, aktuell bestätigte Fälle):

Castrop-Rauxel: 3887 // 3787 // 88 // 12

Datteln: 1844 // 1745 // 86 // 13

Dorsten: 2923 // 2836 // 74 // 13

Gladbeck: 4907 // 4734 // 151 // 22

Haltern am See: 1007 // 991 // 13 // 3

Herten: 3574 // 3446 // 119 // 9

Marl: 4427 // 4289 // 124 // 14

Oer-Erkenschwick: 1765 // 1693 // 68 // 4

Recklinghausen: 6220 // 5972 // 225 // 23

Waltrop: 1322 // 1282 // 35 // 5

Gesamt: 31.876 // 30.775 // 983 // 118

Für den Kreis RE gilt noch die „Inzidenzstufe Null“

Angesichts der niedrigen Coronazahlen hatte Nordrhein-Westfalen seit Freitag, 9. Juli, einen weiteren Schritt in Richtung Normalität gewagt: In vielen Bereichen entfielen Kontaktbeschränkungen, Masken- und Nachverfolgungspflichten – aber nicht überall. Auch Disco, Kirmes und Volksfeste wurden mit kleinen Auflagen wieder erlaubt. Möglich machte das eine neue „Inzidenzstufe Null“, die NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch, 7. Juli, vorstellte.

Die „Inzidenzstufe Null“ greift, sobald Kreise oder kreisfreie Städte an fünf Tagen hintereinander höchstens zehn Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen aufweisen. Dies ist ab morgen jedoch Vergangenheit – und zwar in ganz NRW.

Hier die wichtigsten Bereiche der seit Freitag, 9. Juli, wirksamen aktualisierten Corona-Schutzverordnung, die noch für den Kreis RE gelten:

Testpflicht:

Eingeführt wird eine grundsätzliche Corona-Testpflicht am Arbeitsplatz für Beschäftigte, die nach dem 1. Juli mindestens fünf Tage im Urlaub oder aus anderen Gründen nicht am Arbeitsplatz waren. Am ersten Arbeitstag müssen alle, die nicht durchgeimpft oder genesen sind, einen Negativtest vorzeigen oder unter Aufsicht durchführen. Wer krank war oder vom Heimarbeitsplatz zurückkehrt, muss das nicht.

Maskenpflicht:

In vielen Bereichen werden Masken und Abstandhalten nur noch eine Empfehlung sein. Die Maskenpflicht bleibt aber in allen Bereichen bestehen, auf die Menschen, die sich noch nicht impfen lassen konnten, zwingend angewiesen sind. Das gilt etwa für den Nah- und Fernverkehr samt Schülerbeförderung und Taxen, den Einzelhandel und Arztpraxen.

Schulen:

Auch in Schulen bleibt es mindestens in den ersten zwei Wochen nach den Ferien bei der Maskenpflicht. Schließlich seien hier besonders viele noch gar nicht geimpft und könnten bislang auch nicht geimpft werden – etwa die unter Zwölfjährigen, erläuterte Laumann.

Einzelhandel:

In der Stufe Null entfällt die flächenmäßige Kundenbegrenzung im Einzelhandel. Die Maskenpflicht bleibt bestehen.

Gastronomie:

Servicekräfte in der Gastronomie müssen weiterhin eine Maske tragen oder regelmäßig negative Selbsttests vorlegen. Das gilt auch für andere Beschäftigte mit besonders nahem Kundenkontakt.

Volksfeste:

Volks-, Stadt-, Dorf- und Schützenfeste sind ab dem 9. Juli wieder erlaubt, wenn die landesweite und die kommunale Inzidenz unter zehn liegen. Bei Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern müssen aber sämtliche nicht immunisierte Personen über einen Negativtest verfügen. Auch Kirmes ist wieder möglich. Die Ordnungsbehörden sollten die erforderlichen Testnachweise aber stichprobenartig kontrollieren und Aushänge sollten auf die Pflicht hinweisen, sagte Laumann.

Privat-Partys:

Auch Hochzeitsfeiern mit bis zu 200 Menschen sind wieder erlaubt. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Leute einen negativen Test haben müssen.

Sport:

Die übliche Ausübung von Sport unterliegt in der Stufe Null keinerlei Beschränkungen mehr. Für Großveranstaltungen mit Tausenden Zuschauern gibt es abgestufte Schutzvorschriften.

Auch im Land NRW und bundesweit steigen die Inzidenzwerte

Auch auf Landes- und Bundesebene steigt der Inzidenzwert weiter: Nordrhein-Westfalen liegt laut RKI am Sonntag bei 17,1 (Vortag: 16,8). In Deutschland gibt es einen Wert von 13,8 (Vortag: 13,6). Der Trend ist eindeutig: Am Sonntag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI binnen eines Tages 1387 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 1292 Ansteckungen gelegen.

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