Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg

Kreis Recklinghausen: Neue Etuis aus alten Stoffresten

Eine Schülerfirma in Recklinghausen setzt mit ihrem Projekt ein Zeichen gegen das Wegwerfen. Dass die erfolgreiche Aktion über das Schuljahr hinaus läuft, liegt auch an einem Heißluftballon.
Elisabeth Mroz (l.) und Margrit Halbach präsentieren Etuis der Schülerfirma im Weltladen der Gastkirche in Recklinghausen. Hier ist eine Verkaufsstelle der nachhaltig gefertigten Unikate. © Meike Holz

Ein Projekt zieht Kreise: Als Schülerfirma hat der Wirtschaftskurs am Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg in Recklinghausen Etuis aus Stoffresten hergestellt und angeboten. Inzwischen werden die Schlamper schon in der Recklinghäuser Innenstadt im Weltladen der Gastkirche und dem Jugendcafé Areopag verkauft, neben den Etuis stehen mittlerweile auch Stoff-Haargummis auf der Produktions-Liste. Zudem ist ein Ende des Unterrichtsprojekts nicht in Sicht: „Eigentlich läuft das Projekt mit dem Schuljahr aus, unser Unternehmen wird abgewickelt. Aber wir machen damit noch freiwillig im neuen Schuljahr weiter“, berichtet Schülerin Leonie Zimmermann.

Ziel: „Mit der Firma etwas Nachhaltiges tun“

Ein ausgedienter Heißluftballon ist ein Grund für die auch zeitliche Ausweitung der Aktion. Der Ballon wurde neben zahlreichen „normalen“ Stoffresten gespendet, um die Etuis zu nähen. „Uns war von Anfang an wichtig, mit unserer Firma etwas Nachhaltiges, Faires zu tun. Wir wollen damit ein Zeichen setzen gegen das Wegwerfen, das immer mehr um sich greift. Aber jetzt haben wir noch viele Stoffreste übrig – und die wollen wir natürlich nicht entsorgen, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit verarbeiten“, erläutert Leonie Zimmermann.

„Wir haben insgesamt Gewinn gemacht“

Also ist die Schülerfirma „FairYou“ weiter aktiv: Hier wird nicht nur in der Produktionsabteilung genäht, hier macht der Marketing-Bereich das Produkt bekannter, hier kontrolliert der Vorstand, hier schauen die Finanz-Leute über Ausgaben und Verdienst. Und wie in anderen guten Firmen sind die Unternehmenszahlen bei „FairYou“ erfreulich: Knapp 70 Etuis wurden bislang gefertigt, sie werden zum Preis von 6 Euro verkauft. Das Grundkapital besteht aus 10-Euro-Anteilsscheinen, die Verwandte und Lehrer bei Firmengründung erworben haben. „Wir haben insgesamt Gewinn gemacht“, zieht Leonie Zimmermann Bilanz. „Die Anteilsscheine werden mit Plus zurückgegeben und es geht auch noch eine Spende an Viva con Agua, eine Organisation, die sich um Brunnenbau in Afrika kümmert.“

„Es ist schön zu sehen, was man erreicht hat“

Das Projekt Schülerfirma gibt es am bischöflichen Alexandrine-Hegemann-Berufskolleg bereits seit dem Jahr 2015/16. Es wird im Beruflichen Gymnasium durchgeführt, im Wirtschaftskurs der Jahrgangsstufe 12. Obwohl an dem Kolleg der Schwerpunkt auf den Bereichen Gesundheit und Soziales liegt, sind die etwa 15 beteiligten Schülerinnen und Schüler von dem Firmenprojekt angetan. „Alle waren motiviert sich zu beteiligen, es wurde auch von zuhause noch engagiert gearbeitet“, betont Leonie Zimmermann. Sie selbst möchte später Kinder- und Jugendpsychotherapeutin werden, „aber trotzdem ist das eigene Unternehmen eine gute Erfahrung. Hier geht es unter anderem um Kommunikation, Gruppenarbeit, Umgang mit Geld, Kreativität. Das ist anders als normaler Unterricht und man arbeitet in vielen Bereichen, die man später sicherlich gebrauchen kann“, sagt die 18-Jährige. „Außerdem ist es schön zu sehen, was man erreicht hat, was man selber auf die Beine stellen kann.“

Information

So kann man die Etuis erwerben

  • Die Etuis von „FairYou“ sind Unikate und nachhaltig. Zum Preis von 6 Euro kann man sie im Weltladen der Gastkirche, Steinstraße 1 in Recklinghausen, oder im christlichen Jugendcafé Areopag, Steinstraße 17 in Recklinghausen, kaufen.
  • Außerdem vertreibt die Schülerfirma ihre Produkte über eBay-Kleinanzeigen, Instagram und nach Anfrage per Mail (fairyou20bg@gmail.com).
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