Arbeitsmarkt

Ran an die Ausbildungsstelle!

Im Kreis Recklinghausen gibt es in den unterschiedlichsten Branchen noch knapp über 1000 freie Ausbildungsstellen. Noch bis Ende des Jahres können Firmen Verträge mit Auszubildenden abschließen.
Erik Brunster informierte sich am Stand der Agentur für Arbeit im Palais Vest in Recklinghausen bei Berufsberaterin Meike Haas über die verschiedenen Möglichkeiten einer dualen Ausbildung. © Jörg Gutzeit

Der Zug ist noch lange nicht abgefahren! Denn: Im Kreis Recklinghausen gibt es derzeit noch sage und schreibe knapp über 1000 offene Ausbildungsplätze. Vom Augenoptiker bis zum Zweiradmechatroniker ist eine breite Platte an Möglichkeiten vorhanden. Demgegenüber stehen jedoch viele Jugendliche und junge Erwachsene, die glauben, dass nach dem 1. August ein Ausbildungsbeginn nicht mehr möglich ist. „Das ist aber absolut falsch“, sagt Meike Haas, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Recklinghausen.

Viele Ausbildungen starten erst im Oktober

„Viele Ausbildungen starten auch erst im September oder Oktober und aufgrund der Corona-Pandemie ist es derzeit für die Betriebe sogar möglich, bis Ende des Jahres noch Ausbildungsverträge abzuschließen.“

Zusammen mit einem kleinen Team von Berufsberatern hat Teamleiterin Meike Haas nun schon zum zweiten Mal im Palais Vest in Recklinghausen unter dem Motto „Shop dir ‘ne Ausbildungsstelle“ einen Stand aufgebaut, um Jugendliche und junge Erwachsene mit ihrem Angebot zu erreichen. Dabei geht es nicht immer nur um eine Ausbildung, denn die Berufsberatung kann auch bei der Wahl des Studienganges helfen oder über eine duale Ausbildung informieren.

Praxisbezug vor BWL-Studium

Erik Brunster ist mit seinen fast 20 Jahren zwar schon an der Uni Bochum für ein BWL-Studium eingeschrieben, ihm fehlt aber eindeutig der Praxisbezug. „Ich habe mir schon einen Termin bei der Berufsberatung geben lassen und informiere mich hier schon mal vorab, was für mich infrage kommt. Ein duales Studium könnte ich mir gut vorstellen, also eine Kombination mit einer kaufmännischen Ausbildung“, sagt der Recklinghäuser.

Hilfe bei den Bewerbungen

Wer an den Stand der Arbeitsagentur kommt, wird auf jeden Fall animiert, sich ausführlich beraten zu lassen. Schließlich geht es hier auch um die persönlichen Interessen und Neigungen. „Außerdem geben wir natürlich auch Bewerbungstipps, können bei den Anschreiben helfen und über Vorstellungsgespräche informieren“, berichtet Meike Haas.

Die Idee, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einem Einkaufszentrum gezielt anzusprechen, kam den Berufsberatern auch aufgrund der Pandemie. „Wir konnten nicht mehr vor Ort in den Schulen sein und die Schüler selbst waren lange im Homeschooling. Insgesamt herrscht eine große Unsicherheit. Denn auch viele Praktika wurden nicht mehr angeboten. Das ändert sich jetzt allmählich“, freut sich Haas. Und: In diesem Jahr wurden wieder mehr Ausbildungsplätze gemeldet als noch im Jahr 2020. Die Unsicherheit darüber, wie es weitergeht, hatte im vergangenen Jahr dazu geführt, dass manche Betriebe zunächst einmal keine Ausbildungsstellen anbieten wollten.

Zahlreiche Termine vereinbart

Um die Unternehmen, die jetzt noch Auszubildende suchen, und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammenzubringen, hat sich das Team der Berufsberater überlegt, in der nächsten Zeit noch mehrmals mit Informationsständen unterwegs zu sein. Schließlich kam das Angebot im Palais Vest sehr gut an und viele Termine zur Berufsberatung konnten vereinbart werden.

Am Dienstag, 27. Juli, soll in Castrop-Rauxel am Wochenmarkt Lambertusplatz von 12 bis 15 Uhr ebenfalls ein Stand der Berufsberatung aufgebaut werden. Geplant sind dann noch weitere Angebote, beispielsweise in Gladbeck und Marl. Termine bei der Berufsberatung können Interessierte auch montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr unter der Hotline 02361 402021 vereinbaren oder per Mail unter recklinghausen.berufsberatung@arbeitsagentur.de.

Freie Plätze für Bankkaufmann

Und welche Berufe sind besonders gefragt? „Es gibt zum Beispiel noch viele Ausbildungsplätze im Handel und Handwerk, aber auch so begehrte Ausbildungen wie Bankkaufmann oder Industriekaufmann sind noch offen. Auch Gesundheitsberufe wie etwa Zahntechniker sind dabei“, so Haas.

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