„Telefonzellen“ als Tauschorte: Hilfsgüter spenden und entnehmen

Pfarrer Harald Wagner, Diakoniepfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier, Jugendreferentin Julia Deppe, Gemeindesekretärin Andrea Kurbjuhn-Ebmeier, Kindergartenleitung Diana Zibner (v.l.).
Preisübergabe in Recklinghausen-Ost mit Pfarrer Harald Wagner, Diakoniepfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier, Jugendreferentin Julia Deppe, Gemeindesekretärin Andrea Kurbjuhn-Ebmeier und Kindergartenleitung Diana Zibner (v.l.). © Diakonisches Werk
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Mit dem Projekt „Drei Raum Box“ hat die Evangelische Kirchengemeinde Recklinghausen-Ost den Diakoniepreis 2022 gewonnen. Drei große Schränke in Form einer Telefonzelle sollen demnächst Tauschorte sein.

„Box der Kinder“

Menschen im Stadtteil Suderwich können demnächst Güter spenden bzw. den Boxen entnehmen. So wird die „Box der Kinder“ am Evangelischen Kindergarten „Regenbogen“ stehen und vor allem Kleidung und Spielzeug enthalten – oder was auch immer Menschen für Kinder spenden, berichtet die Kindergartenleitung, Diana Zibner. Die „Box der Hilfe“ wird im hinteren Teil des Kirchraums der Kreuzkirche stehen und zu den Öffnungszeiten zugänglich sein. Die „Box der Überraschung“ steht frei zugänglich an der Außenwand des Gemeindehauses. „Hier ist der Inhalt noch nicht ganz geklärt“, sagt Diakonin Julia Deppe, die Jugendreferentin der Gemeinde.

„Wir wollen zum einen niederschwellige Hilfe anbieten für Menschen im Stadtteil. Zum anderen wollen wir zum diakonischen Handeln Einzelner und unserer Kirchengemeinde anregen“, erläutert Pfarrer Harald Wagner das Projekt und warum man sich für den Diakoniepreis des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen bewarb. Den Preis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, übergab nun Diakoniepfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier und freute sich über die Idee: „Vielen Menschen fehlt es oft am Nötigsten. Die Tauschboxen sind niederschwellig und bestenfalls anonym zu benutzen, und der Gedanke, etwas Brauchbares für andere abzugeben, kommt quasi sichtbar in den Stadtteil und an die Kirche.“

Kurze Wege und schnelle Wirksamkeit

Kehlbreier verantwortet als Geschäftsführer der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen das professionelle Tauschgeschäft der Umweltwerkstatt am Wetterschacht. „Aber wichtig ist auch, dass ein Stadtteil kurze Wege und schnelle Wirksamkeit organisiert!“

Die Gemeindesekretärin Andrea Kurbjuhn-Ebmeier freut sich, demnächst die Annahme von Spenden zu koordinieren. Denn die Güter sollen über das Gemeindebüro und nicht direkt in die Boxen abgelegt werden. Der echte Auftakt des Projekts soll zum Erntedankgottesdienst erfolgen.

Der Diakoniepreis wird jährlich verliehen an Kirchengemeinden, die sich mit einem diakonischen Projekt bewerben. Das Projekt kann sehr niederschwellig sein und soll das diakonische Engagement vor Ort herausstellen.