Neue Einreiseverordnung

Reiserückkehrer belasten Gesundheitsämter

Im Kreis Recklinghausen ist die Zahl der Urlauber, mit denen sich das Kreisgesundheitsamt befassen muss, drastisch angestiegen.
Die Bundespolizei kontrolliert den digitalen Impfausweis von Reiserückkehrern. Seit dem 1. August gilt eine neue Einreiseverordnung. Auf die Gesundheitsämter kommt damit eine deutliche Mehrbelastung zu. © picture alliance/dpa

Mit über 6500 Urlaubsrückkehrern musste sich in der vergangenen Woche das Kreisgesundheitsamt Recklinghausen auseinandersetzen. Zum Vergleich: Im vergangenen Sommer waren es höchstens 500 bis 600 Urlauber wöchentlich. Die Menschen sind also deutlich häufiger wieder im Ausland unterwegs. Für die Gesundheitsämter bedeutet dies eine zusätzliche Belastung.

Kreisgesundheitsamt bleibt gelassen

Landauf, landab klagen die Gesundheitsämter über die Mehrbelastung. Im Kreis Recklinghausen sieht man der verstärkten Reisetätigkeit bislang jedoch noch recht entspannt entgegen. „Wir haben schon seit längerer Zeit ein eigenes Team aus acht bis neun Mitarbeitern, die sich um Reiserückkehrer, deren Nachweise oder auch um eine möglicherweise notwendige Quarantäne kümmern“, erklärt Svenja Küchmeister, Pressesprecherin des Kreises Recklinghausen. „Zum Teil überschneiden sich die Aufgaben natürlich mit denen der Ordnungsämter in den Städten des Kreises. Wir sind zum Beispiel nicht physisch vor Ort, um die Einhaltung der Quarantäne zu überprüfen. In manchen Städten, zum Beispiel in Marl, führt das Ordnungsamt jedoch Kontrollen durch“, so Küchmeister.

Neue Einreisebestimmungen

Seit dem 1. August gilt die neue Coronavirus-Einreiseverordnung. Nun müssen alle Urlauber ab 12 Jahren, die aus dem Ausland in ihre Heimat zurückkehren, bei der Einreise entweder einen Impf-, einen Test- oder einen Genesenennachweis mit sich führen. Kommt jemand aus einem Hochrisiko- beziehungsweise einem Virusvariantengebiet, muss bereits vor der Einreise eine digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt werden. Dies kann frühestens drei Tage zuvor geschehen. Wer seine Angaben in dem Einreiseportal der Bundesrepublik unter www.einreiseanmeldung.de eingibt, erhält dann eine Bestätigung, die bei einer Kontrolle (etwa am Flughafen durch die Bundespolizei) oder an einem Grenzübergang vorgezeigt werden muss. Zudem werden die vorhandenen Dokumente an die heimischen Gesundheitsämter weitergeleitet. „Wir gleichen dann ab, ob von allen gemeldeten Personen die Nachweise vorliegen. Ist dies nicht der Fall, werden die fehlenden Dokumente eingefordert“, erklärt Svenja Küchmeister.

Quarantäne nach Aufenthalt in einem Hochrisikogebiet oder einem Virusvariantengebiet

Bezüglich der Quarantäne gilt: Wer aus einem einfachen Risikogebiet oder einem Hochrisikogebiet heimkehrt, muss grundsätzlich für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann jedoch vorzeitig beendet werden, wenn ein Genesenennachweis, ein Impfnachweis oder ein negativer Testnachweis über das Einreiseportal der Bundesregierung übermittelt wird. Die Quarantäne endet mit dem Zeitpunkt der Übermittlung. Die gute Nachricht: Wird der Nachweis bereits vor Einreise übermittelt, so ist keine Quarantäne erforderlich. Im Fall der Übermittlung eines Testnachweises darf die Testung frühestens fünf Tage nach der Einreise erfolgt sein. Für Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Absonderung fünf Tage nach der Einreise automatisch.

Nach Aufenthalt in Virusvariantengebieten dauert die Quarantäne grundsätzlich 14 Tage. Eine vorzeitige Beendigung bei Virusvariantengebieten kommt insbesondere in folgendem Fall in Betracht: Wird das betroffene Virusvariantengebiet noch während der Absonderungszeit in Deutschland herabgestuft, gelten für die Beendigung der Absonderung die Regelungen für diese Gebietsart.

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