Gesundheit

Rotavirus-Infektionen nehmen im Kreis Recklinghausen stark zu

Die Anzahl der im Kreis Recklinghausen gemeldeten Rotavirus-Infektionen übersteigt die des gesamten vergangenen Jahres schon jetzt deutlich. Eine Erklärung dafür: gelockerte Corona-Maßnahmen.
Eine Frau wäscht sich gründlich die Hände.
Ganz wichtige Schutzmaßnahme: regelmäßiges und gründliches Händewaschen. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Die Zahl der Rotavirus-Infektionen im Kreis Recklinghausen ist verglichen mit dem Vorjahr deutlich nach oben geschnellt. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts für meldepflichtige Infektionskrankheiten hervor, wie Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic sagt: „Wurden im gesamten Jahr 2021 im Kreis Recklinghausen 25 Infektionen mit dem Rotavirus ärztlich festgestellt, so waren es dieses Jahr bis Anfang August bereits 76.“

Bedenklich sei bei dieser Entwicklung vor allem, „dass Rotaviren insbesondere für Kleinkinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich sind, im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen können“, so Lobscheid weiter. Ursache für den starken Anstieg sei vermutlich die Lockerung der Corona-Maßnahmen. Während der letzten beiden Jahre hätten Kontaktbeschränkungen sowie Abstands- und Hygieneregeln die Ausbreitung vieler Infektionskrankheiten gebremst.

Ursache für schwere Durchfallerkrankungen

Das Rotavirus ist laut IKK classic die weltweit häufigste Ursache für schwere Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kindern. Es ist hochansteckend und wird leicht übertragen. Auch Erwachsene können sich mit dem Virus infizieren. Durch den starken Durchfall verlieren die Patienten viel Flüssigkeit, was besonders für Säuglinge und Kleinkinder lebensbedrohlich sein kann. Eltern sollten daher unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Schmierinfektion. Die Viren werden dabei durch kleinste Stuhl-Reste an den Händen weitergegeben und können von der Hand in den Mund gelangen. Als Infektionsquelle dienen verunreinigte Lebensmittel oder Gegenstände. Weil Kleinkinder häufig Sachen in den Mund nehmen, sind sie besonders gefährdet. Zudem ist ihr Immunsystem noch nicht so stark ausgebildet wie bei Erwachsenen. Hat eine Infektion stattgefunden, setzt nach ungefähr drei Tagen Durchfall ein, der innerhalb weniger Stunden immer schlimmer wird. Oftmals kommen Übelkeit, Erbrechen, starke Magenschmerzen oder Fieber hinzu.

Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Der Arzt kann lediglich Mittel verordnen, die die Symptome lindern. Ganz wichtig sei es, so die Krankenkasse, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und ausreichend viel zu trinken. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, sei eine ärztliche Betreuung nötig.

Lebensmittel gründlich waschen

Eine Impfung gegen Rotaviren gibt es für Säuglinge. „Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit 2013 die Schluck-Impfung gegen Rotaviren für Säuglinge unter sechs Monaten. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen“, so Michael Lobscheid.

Die IKK classic weist aufgrund der aktuell hohen Infektionsrate darauf hin, besonders auf Hygienemaßnahmen zu achten. Ganz wichtig sei es, sich regelmäßig und gewissenhaft die Hände zu waschen. Lebensmittel, die roh verzehrt werden – etwa Obst, Salat und Gemüse – sollten ebenso gründlich gewaschen werden.

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