Evangelischer Kirchenkreis Recklinghausen

Superintendentin: „Wir werden uns viel zu verzeihen haben“

Wegen der Corona-Pandemie tagt die Kreissynode erneut digital. Eine Botschaft der Veranstaltung lautet: „Kirche wird sich weiter verändern – und das ist auch gut so.“
Superintendentin Saskia Karpenstein (rechts) und Assessorin Kirsten Winzbeck leiteten die Kreissynode aus dem Saal im Haus des Kirchenkreises. © Ulrich Kamien

Wegen der Corona-Pandemie hat die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises zum zweiten Mal digital getagt: Superintendentin Saskia Karpenstein und Assessorin Kirsten Winzbeck leiteten die Veranstaltung aus einem Studio im Haus des Kirchenkreises heraus – und die Mitglieder der Kreissynode saßen zu Hause vor dem Rechner.

Corona spielte auch im ersten Bericht der Superintendentin eine große Rolle. Zumal die Pandemie es ihr erschwert hat, ihren neuen Kirchenkreis richtig kennenzulernen, wie sie sagte.

„Wir haben uns in der Pandemie nicht aus der Verantwortung gezogen, waren präsenter, als es in der Öffentlichkeit dargestellt wurde, gerade im diakonischen Bereich“, so Karpenstein gegenüber dieser Redaktion. Trotzdem müsse man als Kirche aber nun damit umgehen, dass man beispielsweise nicht jeden Sterbeprozess begleiten konnte, dass Beerdigungen in wesentlich kleinerem Rahmen stattfanden als üblich. Auf der Synode formulierte sie es so: „Wir haben Kinder und Alte vor Einsamkeit nicht schützen können und werden uns viel zu verzeihen haben.“

Das Haus des Kirchenkreises wird renoviert

Eine der zentralen Botschaften, die von der Synode ausgehen sollte, lautet für Karpenstein: „Kirche wird sich weiter verändern – und das ist auch gut so.“

Die großen Herausforderungen seien Corona, Digitalisierung, Klimawandel, Armut, Gerechtigkeit. Gleichzeitig müsse man klären, wofür Kirche stehe – und mit welchem Personal und welchen Finanzressourcen künftig welche Arbeit erledigt werden könne.

Ein Beispiel für neue Entwicklungen: In jetzt drei und bald wohl fünf Gemeinden des Kirchenkreises sind interprofessionelle Pastoralteams unterwegs. So nehmen Menschen im Bereich der Gemeindeleitung Aufgaben wahr, die nicht Pfarrer oder Pfarrerin sind.

Zudem beschloss die Synode, das Haus des Kirchenkreises renovieren zu lassen. Die Arbeiten sollen im Sommer 2022 beendet sein und 3,4 Mio. Euro kosten. „Das wird eine Operation am offenen Herzen, die gerade auch aus Brandschutzgründen notwendig ist“, so Karpenstein.

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