Kabarett und Musik

Wer selbst im Glashaus sitzt, hat jede Menge Spaß

Außergewöhnlich, dieses Prädikat dürfen beide Veranstaltungsreihen im Hertener Glashaus für sich in Anspruch nehmen: „7nach8“ ebenso wie „Klangraum“. Los geht‘s bereits morgen mit Sebastian 23.
Lassen das Publikum teilhaben an einem "Tag am Meer". Die Zucchini Sistaz. © Fotografie Witte Wattendorff

Über 30 Jahre hat „7nach8“ bereits auf dem Buckel, ist längst zur Marke geworden, war stets am Puls der Zeit, auch in diesem Herbst. Dafür steht schon Sebastian 23, der am morgigen Donnerstag als erster in die Bütt des Glashauses steigen wird. „Cogito, ergo dumm“ („Ich denke, also dumm“) lautet der Titel des Programms, mit dem der Poetry Slammer der ersten Stunde die großen und kleinen Eseleien der Menschheit aufdeckt, geißelt, belächelt. Er selbst ist ziemlich clever, nämlich auch noch Bestsellerautor und Komiker: „Ja, wir sind froh, dass wir Sebastian 23 verpflichten konnten“, bekennen Bettina Hahn und Tim Langer vom Hertener Kulturamt bei der Programmvorstellung, „denn er ist echt ne große Nummer unter den Poetry Slammern“.

Allzu Menschliches bitterböse kommentiert

Ähnliche Begeisterung löst Lucy van Kuhl aus – und zwar bei niemand geringerem als Liedermacher-Urgestein Konstantin Wecker, der die junge Künstlerin nach Leibeskräften fördert. Die Spezialität der musikalischen Kabarettistin sind Alltagssituationen und allzu Menschliches, die/das sie so frech wie gefühlvoll, nicht selten auch bitterböse und sarkastisch kommentiert (Donnerstag, 7. Oktober, 20.07 Uhr).

Musikkabarettistin Lucy van Kuhl begeistert nicht nur Liedermacher-Urgestein Konstantin Wecker. © Paul Zimmer © Paul Zimmer

Eine, unsere, Gesellschaft auf dem Egotrip nimmt dann am Donnerstag, 18. November, 20.07 Uhr, Lars Reichow aufs Korn. Schlicht „Ich“ heißt das humoristische Manifest, das weder Skrupel noch Selbstzweifel kennt. Und vielleicht gibt ihm das hiesige Publikum ja Recht, wenn Reichow sich auf seinem anstrengenden Weg zu mehr Bescheidenheit, Zurückhaltung und „Wir“ als den „besten Kabarettisten im deutschsprachigen Raum“ preist.

Nörgelnde Nikoläuse und umgetauschte Nordmanntannen

Nörgelnden Nikoläusen, umgetauschten Nordmanntannen und Flamenco tanzenden Weihnachtsmännern leiht schließlich Matthias Reuter sein Ohr im „Glühwein Spezial“, das am Donnerstag, 16. Dezember, 20.07 Uhr, das Halbjahresprogramm beschließen wird. Süßer denn nie klingende Glocken werden an diesem Abend ersetzt durch beschwingte Gitarren- und Klavierklänge.

Stichwort Klang, Stichwort „Klangraum“. In dieser Reihe bespielen am Freitag, 22. Oktober, 20 Uhr die Zucchini Sistaz das Glashaus. Die hochmusikalischen Mädels mit dem Faible für die gute alte Zeit der 1920- bis 60er Jahre gönnen sich und uns einen „Tag am Meer“.

Superstimmen und reichlich Haare auf den Zähnen

Der nächste Gast im „Klangraum“ ist Georg Göbel, besser bekannt als Ozzy und so richtig berühmt als festes Ensemblemitglied bei Herbert Knebels Affentheater. Am Freitag, 26. November, 20 Uhr, muss Herbert zwar zu Hause bleiben, dafür schleppt Ozzy seine Friends an: Die Kombo schlägt mittels Bass, Gitarre, Saxon, Schlagzeug und Gesang einen weiten Bogen vom Blues bis zum Jazz.

Mit „Les Brünettes“ stellt sich zu guter Letzt eine der ganz, ganz wenigen weiblichen A Capella-Gruppen vor. Die vier Damen haben Stimme und Musik im Blut, so kann z. B. die eine einen Opa namens Peter Herbolzheimer vorweisen und eine andere ihre Tante Jule Nigel. Und wenn die vier den Mund aufmachen, singen sie nicht nur betörend (so zwischen Funk, Rap, Chanson und Soul), sondern zeigen auch reichlich Haare auf den Zähnen: Ungerechtigkeiten gegen Frau liegen ihnen nämlich ziemlich schwer im Magen.

Daten und Fakten

Hier gibt es Tickets

Karten (18-22 Euro) gibt es u.a. im Glashaus Herten, Hermannstr. 16, Telefon 02366/303232, in Recklinghausen in der Buchhandlung Attatroll, Herner Str. 16, 02361/17002 sowie im Internet: www.proticket.de. Tipp: Nicht zu lange mit dem Buchen warten! Denn: Corona geschuldet werden maximal 130 Zuschauer ins Glashaus gelassen.

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