Spieliothek

Der Herr der Spiele

Stefan Borgschulte hat die Leitung der Spieliothek übernommen. Brettspiele begleiten den 52-jährigen Bochumer schon sein ganzes Leben.
Stefan Borgschulte ist neuer Leiter der Marler Spieliothek. Magdalene Ostermann. Abteilungsleitung Jugend- und Familienförderung, freut sich über die Verstärkung. © Meike Holz

Alles begann mit dem Anruf einer Freundin: „Stefan, die suchen dich, das ist genau dein Job. Und tatsächlich: Die Stellenausschreibung der Stadt Marl war Stefan Borgschulte wie auf den Leib geschnitten. „Brettspiele begleiten mich schon seit meiner Kindheit“, sagt der neue Leiter der Marler Spieliothek, der am 1. Juli sein Amt antrat.

Der 52-jährige Bochumer ist nun der Herr von 4000 Spielen, die die Spieliothek seit 30 Jahren im Riegelhaus durch Ausleihe an den Mann bringt. Sein beruflicher Werdegang jedenfalls hat Borgschulte optimal auf den Job vorbereitet: Schon während des Studiums an der FH Dortmund forschte er an der Arbeitsstelle für Spieleforschung und Freizeitberatung. Später dann arbeitete er in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit in Bochum. 18 Jahre lang war er Veranstalter des Bochumer Spieletags und führte ein monatliches Spielecafé für ehrenamtliche Mitarbeiter ein.

Die Spieliothek ist viel mehr als eine Ausleihe

Corona hat auch der Marler Spieliothek arg zugesetzt, wie Magdalene Ostermann feststellen muss. Vormals normale Ausleihzahlen von 800 Spielen pro Monat konnten in letzter Zeit nicht mehr erreicht werden. Auch kamen weniger Kinder zu den Spielenachmittagen ins Türmchen bzw. ins Nachbarschaftszentrum Hüls-Süd. Das soll sich jetzt wieder ändern. Magdalene Ostermann, Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendförderung ist froh, mit Stefan Borgschulte einen erfahrenen Sozialpädagogen gewonnen zu haben. Denn: Die Spieliothek ist viel mehr als eine Ausleihe: Ihre Mitarbeiter gehen in Schulen und Kindergärten, sie bieten spielpädagogogische Fortbildungen für Erzieher und Lehrer an und veranstalten Spielstunden in Seniorenkreisen, Grundschulklassen und Kita-Gruppen. „Es ist für Lehrer und Erzieher eine ganz tolle Erfahrung, wenn Problemkinder bei den Spielangeboten plötzlich aufwachen und mit Feuereifer dabei sind“, sagt Borgschulte und Magdalene Ostermann ergänzt: „Spiele sind ein gutes Instrument, um Kinder zu erreichen, die sonst schwer erreichbar sind. Sie lernen, (Spiel-) Regeln einzuhalten und sie lernen, mit Anstand zu verlieren.“

Borgmann selbst ist leidenschaftlicher Brettspieler, der Spielemessen und neue, besonders prämierte Spiele stets im Blick hat: „Wir haben alle Top-Brettspiele, meist stellen die Verlage sie uns zur Verfügung, sonst schaffen wir sie an.“ Und: Er darf hoffen, in wenigen Jahren mit seinen 4000 Spielen in den Marler Glaskasten umziehen zu dürfen. „Dann können endlich ganze Klassen zu uns kommen, wir können unter freiem Himmel Großspiele im XXL-Format anbieten, wir haben mehr Räume, wir haben mehr Platz“. Auch diese Vision treibt Stefan Borgschulte an, „seine“ Spieliothek wieder ganz nach vorne zu bringen.

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