Ausstellung im Skulpturenmuseum

Finale mit Licht: Der Glaskasten in Marl schließt endgültig die Türen

Noch bis 9. Januar ist ein Besuch im Marler Glaskasten möglich. Dann wird das Skulpturenmuseum am Rathaus geschlossen. Direktor Georg Elben geht mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
Mit Künstler Mischa Kuball (li.) stellt Museumsdirektor Georg Elben bei der Eröffnung der letzten Ausstellung im Glaskasten Marl die Edition vor, die in der Marler Zeitung erschienen ist. © Ralf Deinl

Auch zwischen den Jahren hat Marls Museumsdirektor Georg Elben genug zu tun. Während im Glaskasten noch die letzte Ausstellung des Skulpturenmuseums läuft, sind auch die Vorbereitungen für den Ausstellungsbetrieb im nächsten Jahr voll im Gange. Bis zur Eröffnung des neuen Skulpturenmuseums im Kulturzentrum Marschall 66 frühestens 2024 steht ein Pavillon an der Martin-Luther-King-Gesamtschule an der Georg-Herwegh-Straße in Marl-Hüls zur Verfügung. „Das kleine Interimsquartier bietet gute Möglichkeiten“, betont Georg Elben. „Wir können natürlich nur kleinere Ausstellungsformate verwirklichen. Aber wir sehen dort auch die Chance, Marlerinnen und Marler zu erreichen, die wir im Skulpturenmuseum bisher nicht gesehen haben.“ Geplant sind zum Beispiel Kooperationen mit der Gesamtschule in Hüls.

Jeden Abend leuchtet der Creiler Platz

Bis zum 9. Januar geht der Ausstellungsbetrieb am Creiler Platz noch weiter. Jeden Abend ab 17 Uhr erleuchtet Mischa Kuballs Lichtinstallation „Blackout“ den Stadtkern. Der Düsseldorfer hat eine besondere Beziehung zu Marl. Er schuf unter anderem 2013 die Installation „Les Fleurs du Mal“ (Die Blumen des Bösen) mit dem Schriftzug am Sitzungstrakt des Rathauses und der Betonvase am Fuß der Rathaustreppe.

Im Glaskasten hat der Künstler 16 herausragende Skulpturen aus dem Bestand des Marler in ein neues Licht gerückt. Es sind große Werke aus dem Kern der Marler Kunstsammlung. Die meisten hatte die Stadt noch vor der Gründung ihres Museums angekauft. Max Ernsts Prophet Habakuk richtet seinen Blick in die Zukunft, Auguste Rodins Bürger von Calais trägt den Schlüssel seiner Stadt und Germaine Richiers Don Quichotte stellt sich mit Schwert und Speer dem Maschinenzeitalter entgegen.

Am 9. Januar gehen die Lichter aus

Auch zwischen den Feiertagen ist das Museum zu den gewöhnlichen Öffnungszeiten geöffnet. Lediglich am 31. Dezember bleibt das Museum geschlossen. Ein Besuch des Museums ist nur noch mit einem gültigen 2G-Nachweis (Impfung und/oder Genesung) möglich. Weitere Hinweise gibt es auf der Homepage unter www.skulpturenmuseum-glaskasten-marl.de/.

Ein großes Finale zum Abschied des Skulpturenmuseums aus dem Glaskasten am Creiler Platz ist nicht geplant – das wäre auch unter Corona-Auflagen nur schwer möglich, erklärt Museumschef Georg Elben. „Am 9. Januar gehen hier einfach still und leise die Lichter aus.“

Für die Kunst in Marl beginnt dann ein neues Kapitel. Was bislang allein noch fehlt, um mit dem Bau an der Kampstraße zu beginnen, ist die Freigabe der Bundeszuschüsse von der Bezirksregierung in Münster.

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