Landgericht Essen

„Kräuter-Handel“ im Internet – Marler muss jetzt ins Gefängnis

Ein Mann aus Marl verkauft im Internet Drogen, die als Kräutermischungen getarnt waren. Jetzt ist er vor dem Landgericht Essen verurteilt worden.
Der Marler Hauptangeklagte neben seinem Verteidiger Burkhard Benecken im Essener Landgericht. © Jörn Hartwich

Das war wohl keine gute Idee: Zwei Jahre lang hat ein Mann aus Marl im Internet sogenanntes „Spyce“ verkauft – Kräutermischungen mit synthetisch hergestelltem Rauschgift. Jetzt ist der 37-Jährige verurteilt worden. Die Strafe: fünf Jahre Haft.

Es waren offenbar finanzielle Sorgen, die den Kiosk- und Imbissbetreiber in die Welt des Drogenhandels eintauchen ließen.

„Zutaten“ kamen vor allem aus China

Ein Bekannter hatte ihm gezeigt, dass die Sache ziemlich einfach sein kann. Alles, was für die Herstellung der „Kräutermischungen“ benötigt wurde, konnte über das Internet bestellt werden. Zuletzt kamen die „Zutaten“ vor allem aus China.

Der Verkauf lief über zahlreiche Internetseiten, die der Marler betrieben hat. Die Kunden bezahlten meist per Nachnahme, das Geld wurde auf verschiedene Bankkonten verteilt.

Verkaufserlöse fast eine halbe Million Euro

Wie lukrativ die Geschäfte gewesen sein müssen, zeigt vor allem diese Zahl: In zwei Jahren soll der 37-Jährige Verkaufserlöse von fast einer halben Million Euro erzielt haben.

Um seine eigenen Drogenprobleme in den Griff zu bekommen, haben die Richter am Essener Landgericht angeordnet, dass der Marler einen Teil der Strafe in einer geschlossenen Entziehungsanstalt verbringen muss. Ein zweiter Angeklagter ist zu 23 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er soll einer der Helfer gewesen sein.

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.