Umparken im Kopf - Radler zeigen Flagge für eine Verkehrswende

Redakteur
Und los: Mit dem Rad geht es nach Recklinghausen, um die Klimaschutz-Demo zu unterstützen. © Julia Dziatzko
Lesezeit

Drei Kinder, fünf Enkel – in dieser kurzen Aufzählung stecken die acht wichtigsten Gründe, warum Ingrid Nettingsmeier mit ihrem Fahrrad am Freitagmittag auf den Creiler Platz gekommen ist. „Klimaschutz ist ein Thema, das uns alle angeht“, sagt Ehemann Heiko, auch er ist mit dem Rad da. Gerade für ihre Kinder und Enkel unterstützen sie die Sternfahrt zur Klimaschutz-Demo nach Recklinghausen.

Aufbruch am Creiler Platz ist ein Symbol

“Wir fahren ja schon oft mit dem Fahrrad, es könnte noch mehr sein. Man nimmt ja doch immer wieder mal das Auto – aber eigentlich zu viel“, meint Heiko Nettingsmeier. Insgesamt sind es 15 Radler, die gemeinsam vom Creiler Platz nach Recklinghausen aufbrechen. Radler-Stammtisch und ADFC hatten dazu aufgerufen, im Pulk in die Nachbarschaft zu fahren. 15 von fast 88.000 Marlern (jedenfalls inklusive nicht radelnder Babys und Senioren)?

Demo vor der Bundestagswahl setzt ein Zeichen

Klingt nicht nach Masse, auch wenn später am Freibad in Hüls noch ein paar Radler zur Gruppe hinzustoßen sollen und tatsächlich noch viel mehr solo an der Sternfahrt teilgenommen haben. Und doch setzt die Klimaschutz-Demo in Recklinghausen zwei Tage vor der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, ein Zeichen: So wie es jetzt noch läuft, kann es nicht weitergehen, wenn künftige Generationen noch eine Perspektive haben sollen.

Es gibt viel, dass man tun kann

Joachim Kampe, vielen Schülern noch aus seiner Zeit als Lehrer in Recklinghausen bekannt, hat dazu eine klare Haltung, er tritt aus Überzeugung im Alltag oft in die Pedale. Er ist durch die Berichterstattung in der Marler Zeitung auf die Sternfahrt nach Recklinghausen aufmerksam geworden: „Ich glaube, dass die Bedrohung durch die Klimakrise nicht vor, sondern schon in der Tür steht. Ich kenne einige Leute, die sagen, dass man als einzelner nicht viel bewegen kann. Das sehe ich nicht so – man muss viele Menschen auf die Straße bringen, um gehört zu werden. Auch wenn ich weiß, dass am Ende der politische Weg stehen muss, um etwas zu bewegen. Es gibt aber doch so verdammt viele Dinge, die man jetzt schon tun kann und die nichts kosten.“

Radentscheid ist der Ruf nach der Verkehrswende

Am Ende sind es in Recklinghausen an die 140 Radler, die junge Menschen von „Fridays For Future“ unterstützten. Klar ist: Auch Ludger Vortmann vom Marler Radentscheid ist mit nach Recklinghausen gefahren, dessen Forderung man mit dem einem Wort „Verkehrswende“ auf den Punkt bringen kann – aus der Nummer kommen Politik und Verwaltung in Marl nicht mehr heraus.