100 Jahre Schützenfest

Deutener Jubiläums-Schützenfest geht in die zweite Runde

Mit einer zweitägigen Vorparade am vergangenen Wochenende begann das 42. Deutener Schützenfest, das dieses Jahr ganz im Zeichen des 100-jährigen Bestehens steht. Jetzt geht‘s weiter.
Das Deutener Biervogelpaar, Manuel Büser und Conny Rickards
Das Deutener Biervogelpaar, Manuel Büser und Conny Rickards, nach dem erfolgreichen Königsschuss. © privat

Hans Fasselt legte sich am Samstagabend fest. So eine hohe Beteiligung hatte der Ehrenvorsitzende des Bürgerschützenvereins Deuten in seiner langen Karriere als Vorstandsmitglied bei einer Vorparade noch nie erlebt. Ein Vorgeschmack auf das, was Deuten am kommenden Wochenende erwartet.

Deutener Thron hatte Gänsehaut

Als das Bataillon zum Biwak auf den Kirchweg zog, hatte der Deutener Thron, der sich im Garten von König Ulli Urbanski versammelt hatte, Gänsehaut. „Das darf doch nicht wahr sein. Haben wir Vorparade oder schon Schützenfest?“, fragte Minister Andreas Gerling leicht ungläubig. Die Deutenerinnen und Deutener waren dem Aufruf des Vereins gefolgt und tauchten das Dorf schon zur Vorparade in ein grün-weißes Fahnenmeer. Die selbst erstellten Videos, die der Verein unter anderem mit Oberst Rainer Kamps veröffentlicht hatte, verfehlten ihre Wirkung nicht. „Wahnsinn, was hier los ist. So haben wir uns es gewünscht“, freute sich Rainer Kamps bei seiner Ansprache auf dem Schulhof.

Spannendes Biervogelschießen

Nach der Vorparade begann auf dem Festplatz ein Biervogelschießen, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Bei strahlendem Sonnenschein schossen die Schützen von Anfang an mit schwerer Munition um die Wette. Der Vogel wehrte sich lange, doch mit dem 158. Schuss machte Manuel Büser dem Rest des Vogels den Garaus und nahm Cornelia Rickards zur Königin.

Doch nicht nur die jungen Schützen traten mit großer Motivation zum Biervogelschießen an. Auffällig viele Ex-Könige und Ex-Minister ließen es sich nicht nehmen, möglicherweise schonmal den Ernstfall für den kommenden Sonntag zu proben. Gerüchte über potenzielle Königskandidaten gibt es wie immer haufenweise, doch selten hörte man von den Anwärtern in spe so wenig Dementis wie bei dieser Vorparade in Deuten, die mit einer rauschenden Party im Festzelt, angefeuert von DJ Peter Suttrop, erst am frühen Sonntagmorgen endete.

Am Sonntagmittag übernahm dann die Flophouse String Band die musikalische Unterhaltung an der Birkenallee und sorgte für einen stimmungsvollen Ausklang des zweitägigen Auftaktwochenendes.

Großer Zapfenstreich läutet das Schützenfest ein

Der Blick der Deutener Schützen geht nun nach vorne. Am Freitag (20. Mai) beginnt das Schützenfest mit einem gemeinsamen Gottesdienst und dem Großen Zapfenstreich am Ehrenmahl, bevor im Zelt die nächste Party steigt. Der Samstag steht ganz im Zeichen des größten Umzuges der Vereinsgeschichte, der von vielen Vereinen aus der Umgebung mitgestaltet wird.

Und am Sonntag (22. Mai) sucht Deuten einen neuen König. Oder eventuell einen Kaiser? Den gab es in 100 Jahren Vereinsgeschichte noch nie. Der Vorstand entschied sich bewusst dagegen, bereits bei der Vorparade ein Kaiserschießen der Ex-Könige durchzuführen. Ein Hinweis darauf, was am Sonntag passieren könnte? Die Spannung und Euphorie vor dem dreitägigen Fest könnten in Deuten jedenfalls in diesem Jahr größer nicht sein.

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.