Schule ohne Rassismus

53 Nationen sagen Nein zu Rassismus

Dass die Wolfgang-Borchert-Gesamtschule eine Schule ohne Rassismus ist, wussten die Schüler und Lehrer schon lange. Immerhin gehören ihr 53 Nationen an. Nun tragen sie den offiziellen Titel.
(V.l.) Ilyas Dibelcci, Ann-Kathrin Detlefs, Nour Kleeb und Tracy-Polycap Anyanwu nehmen das auszeichnende Schild stellvertretend für die Schülerschaft von Claus Wiesenthal vom Kommunalen Integrationszentrum Recklinghausen entgegen. © Alina Meyer

Algerien, Bosnien, Eritrea, Guinea, Indien, Irak, Kasachstan, Rumänien, Schweden, Polen, Ukraine und viele mehr – insgesamt 53 Nationen gehören der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule im Nordviertel an. So viele, dass man sie hier gar nicht aufzählen kann. Obendrauf kommen noch die Nationalitäten der Lehrer. Grund genug, sich für das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu bewerben.

„Denn eine Schule ohne Rassismus, das sind wir schon lange. Wir haben bisher nur noch nicht den offiziellen Titel getragen“, sagt Schulleiter Detlef Kolbe. Die offizielle Auszeichnung wurde am Freitag nachgeholt.

Sagen Nein zu Rassismus: Die Schüler und Lehrer der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule. © Alina Meyer © Alina Meyer

Zuvor haben die Lehrerinnen Hannah Berg und Maria Niesen rund 1000 Unterschriften von Schülern und Lehrern gesammelt, die das Vorhaben unterstützen. Schauspieler und Regisseur Axel Holst, bekannt aus der Lindenstraße, hat bereitwillig die notwendige Patenschaft übernommen. „Er hat mit den Schülern Theateraufführungen geplant. Leider ist Axel Holst an Long-Covid erkrankt und kann nicht anwesend sein“, sagt SV-Lehrerin Hannah Berg. Die Schüler- und Lehrerschaft machen das Beste draus und senden Genesungswünsche.

Ein weiterer Zwischenfall rollte kurz vor Beginn der Veranstaltung auf die Schule zu: Der Feueralarm löste aus, die Feuerwehr rückte mit Sirenen an. Ein Handtuchspender brannte auf der Jungentoilette und wurde gelöscht.

„Nein zu jeder Form der Diskriminierung“

Dann ging es weiter im Programm: Florent Zeneli und Nathalie Reger von der Schülervertretung moderierten die Veranstaltung in der Schul-Mensa. „Wir sind eine Schule mit vier Standorten und vielen verschiedenen Persönlichkeiten“, sagt Florent Zeneli. Nathalie Reger: „Wir wollen rassistische Vorurteile aus dem Weg räumen und sagen Nein zu Islamfeindlichkeit, Nein zu Homophobie (….) Nein zu jeder Form der Diskriminierung.“

Um ihre Haltung gegenüber Rassismus deutlich zu machen, stehen die Schüler im Publikum nacheinander auf und werfen Sprüche in den Raum wie „Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ und „Es gibt nicht zu viele Ausländer, sondern zu viel Rassisten.“

Schulleiter Detlef Kolbe (l.) nimmt die Urkunde von Claus Wiesenthal vom Kommunalen Integrationszentrum Recklinghausen (r.) entgegen. © Alina Meyer © Alina Meyer

Claus Wiesenthal, Leiter des Kommunalen Integrationszentrums Recklinghausen, überreicht im Anschluss die offizielle Urkunde an Schulleiter Detlef Kolbe. Die Schüler nehmen das Schild mit dem Credo „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ entgegen. „Mit der Auszeichnung ist euer Weg nicht vorbei. Bleibt dabei, tragt die Idee mit euch, auch wenn sich eure Wege nach dem Schulabschluss trennen“, gibt er den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg.

Das neue Schild soll im Foyer neben weiteren Auszeichnungen Platz finden. Fast 1000 Schulen in Deutschland tragen diese Auszeichnung bereits, darunter viele aus Recklinghausen.

Der Abend in Recklinghausen

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