Notwendige Baumfällung

Blutbuche bei Boente ist Geschichte

200 Jahre hatte sie auf dem Buckel, und lange hat sie Besuchern des Boente-Biergartens Schatten gespendet: Doch aus Sicherheitsgründen musste eine große Blutbuche jetzt gefällt werden.
Mit schwerem Gerät rückte der Baumdienst Enbergs an: Zwischenzeitlich war vom Baum nur noch ein hoher Stumpf zu sehen. © Jörg Gutzeit

Nach intensiven Untersuchungen war der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde vom Kreis klar: Ein Pilz hatte die Blutbuche befallen, um Schaden von Passanten und Gaststättenbesuchern anzuwenden, ist eine Fällung zwingend notwendig.

Und so schritt der Baumdienst Enbergs Castrop GmbH am frühen Dienstagmorgen zur Tat. Von oben herab wurde die Blutbuche immer tiefer beschnitten, die Einzelteile wurden schließlich umgehend abtransportiert. Gegen 10 Uhr stand dort nur noch ein zehn Meter hoher Stumpf, der im weiteren Verlauf in kleineren Schritten mit Spezialgerät heruntergeschnitten werden sollte.

Ein Stumpf vom Baum bleibt stehen

Ulrike Mathes vom Fachdienst Umwelt der Unteren Naturschutzbehörde erklärte, dass man in Absprache mit dem Besitzer und dem Gaststättenbetreiber entscheiden wolle, in welcher Höhe der Baum stehen bleibt. „Wir sind zuständig für die Sicherheit, alles Weitere müssen andere veranlassen“, so Mathes. Ein komplettes Ausfräsen der Baumwurzel sei allerdings sehr teuer. Insgesamt hatte die Fällaktion Kosten im mittleren vierstelligen Bereich verursacht.

Fotostrecke

200 Jahre alter Baum musste gefällt werden.

Im November 2019 war die markante Blutbuche im Biergarten von Boente den Fokus geraten, als im Vorfeld von „Recklinghausen leuchtet“ am gesamten Stammfuß ein Pilzbefall festgestellt worden war. Ein „Zugversuch“ lieferte seinerzeit das Ergebnis, dass die Buche noch standsicher ist. Das ist inzwischen nicht mehr so.

Ein Pilz hatte sich in einer Form ausgebreitet, die Handeln erforderlich machte. Der Name des Pilzes – „Riesenporling“ – kommt nicht von ungefähr.

Auf einem Foto aus dem Jahr 2019 war bereits zu sehen, dass der Baum großflächig von dem wuchernden Pilz befallen war. Unterirdisch sei der Riesenporling unaufhörlich weiter gewachsen und sorge dafür, dass der Baum verfaule.


Blutbuche war ortsbildprägend

Seit mehr als 20 Jahren sei die Boente-Buche ein Naturdenkmal. Bäume im innerstädtischen Bereich, die „besonders schön, ortsbildprägend oder selten sind“, können dieses Prädikat erhalten. Die Blutbuche an der Augustinessenstraße ist eins von neun Naturdenkmälern in Recklinghausen, für die der Kreis zuständig ist. „Wir haben die Verantwortung, dass hier nichts passiert“, sagt Götz Fischer, Leiter des Fachdienstes Umwelt und Chef der Unteren Naturschutzbehörde.

Eine Ersatzbepflanzung an gleicher Stelle werde derzeit geprüft und sei mit dem Eigentümer der Gastronomie zu klären. Sollte das nicht möglich sein, werde es einen alternativen Standort geben. Fischer: „Als gebürtiger Recklinghäuser habe ich unter dem Baum schon einige Biere getrunken. Dass er gefällt werden muss, tut mir in der Seele weh.“

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