Buchhandlung Musial ausgezeichnet: Mehr als ein Buchladen

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Ein Ort der Kultur: Die Buchhandlung Musial wird ausgezeichnet. © U. Geburek (Archiv)
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Die Buchhandlung Musial an der Heilige-Geist-Straße 3 ist längst mehr als nur ein Ort zum Bücher kaufen. „Sie ist eine Kulturstätte. Ein Ort der Begegnung und des Stöberns“, erklärt Inhaber Patrick Musial. Grund genug, dass die Buchhandlung bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet wird. Als eine von 118 Buchhandlungen erhält sie unter 366 Bewerbungen den Deutschen Buchhandlungspreis 2021.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters überreicht die Auszeichnung am 7. Juli in Erfurt. Patrick Musial und sein zweiköpfiges Team werden die Preisverleihung jedoch digital verfolgen. Mit dem Kulturförderpreis „würdigt der Bund nun zum siebten Mal unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen, die sich in besonderer Weise für das Kulturgut Buch, für ein lebendiges Kulturangebot vor Ort oder für ein vielfältiges Verlagssortiment engagieren“, heißt es. Und genau das passiert im Wulff‘schen Haus in der Altstadt.

Kultur und Dinner-Abende vereint

Mit Lesungen, Theateraufführungen, Polit-Talk-Runden und Dinner-Abenden vereint das Team die Veranstaltungs-, Ess- und Buchkultur. „Seit 2018 bieten wir dem Restaurant 17achtzig unsere Räume nach Ladenschluss und am Wochenende für Dinner-Abende an. Ich freue mich immer sehr, wenn ich an unseren Schaufenstern vorbeischlendere und sehe, dass Leute in unserer Buchhandlung gemütlich essen. Es ist schön, wenn es Leben gibt in der Altstadt“, sagt Patrick Musial.

Zu seinem Team gehören Julia Kortenjann und Regina Schwan. „Bei meinen zwei Mitarbeiterinnen möchte ich mich an dieser Stelle ganz besonders bedanken“, sagt der 50-Jährige. „Trotz der erschwerten Bedingungen des letzten und auch diesen Jahres haben sie eine hervorragende Arbeit geleistet. Die beiden sind mehr denn je eine tragende Säule unserer Buchhandlung.“

Patrick Musial kann dem vergangenen Jahr durchaus etwas Positives abgewinnen. Und damit meint er nicht nur die Tatsache, dass die Nachfrage nach Kinder- und Jugendliteratur im Lockdown zugenommen hat. Ihm geht es vielmehr um das das Zwischenmenschliche.

Stets nach Lösungen gesucht

„Wir sind als Branche enger zusammengewachsen. Durch die Nutzung der modernen Mittel waren wir im starken Austausch mit anderen Händlern und unseren Kunden. Ganz gleich, welches Problem uns bevorstand, wir haben immer nach Lösungen gesucht und sie gefunden. Wenn wir keine Kunden in unserem Laden bedienen durften, haben wir uns draußen getroffen oder die Ware direkt zum Kunden geliefert. Wir haben uns solidarisch verhalten, uns gegenseitig Mut zugesprochen und gehen gestärkt aus dem vergangenen Jahr hervor.“