Naherholung

Bürger können den Südpark mitgestalten

Der Südpark in Recklinghausen soll ökologisch umgestaltet werden. Bürgerinnen und Bürger können sich ab sofort online mit Vorschlägen in den Prozess einbringen.
Der Teich im Südpark und seine Umgebung sollen umgestaltet und aufgewertet werden. Bürgerinnen und Bürger können ihre Ideen dazu einbringen. © Meike Holz

Es geht um Wasser: um aufs Jahr gerechnet zu wenig Wasser, um phasenweise aber viel zu viel davon. Um Dürreperioden, um Starkregenereignisse. Im Südpark will sich die Stadt wie berichtet gegen solche Klima-Kapriolen wappnen. Deshalb soll die Anlage umgestaltet werden. Und Bürger können dafür eigene Vorschläge machen. Noch bis zum 22. Oktober dieses Jahres haben Recklinghäuser die Gelegenheit dazu.

Stadt sammelt Vorschläge auf Online-Plattform

Online können sie ab sofort Kommentare und Anregungen auf der Plattform „WikiMap Südpark“ hinterlassen. „Bei der Umgestaltung des Südparks können die Bürgerinnen und Bürger sich einbringen und uns ihre Wünsche mitteilen“, sagt der Technische Beigeordnete Norbert Höving. Konkret können sie sich zu folgenden geplanten Maßnahmen äußern: Verbesserung der vorhandenen Flächen unter dem Aspekt „Erholungsfunktion“; Umgestaltung und Aufwertung des Südparkteichs; Flächen für „Urban Gardening“; Abkopplung von Regenwasser und Entlastung der vorhandenen Kanalisation; Versickerungen und Ableitungsmöglichkeiten über offene Gräben, Mulden oder Rinnen im Park.

Das Projekt „Südpark“ verfolgt dabei die Leitlinie „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“. Regenwasserabkopplungs- und Freiflächenkonzepte liegen dem zugrunde. „Grundsätzlich beabsichtigt die Stadt, bestehende Defizite des Parks zu beheben, die Aufenthaltsqualität zu steigern und ökologische Strukturen zu verbessern“, so Höving.

Umgestaltungspläne sollen bis Ende des Jahres vorliegen

„Die Vorschläge der Bürger müssen machbar und finanzierbar sein“, sagt Franz-Josef Knoblauch. Was exakt sich im Großen und Ganzen gestalterisch im Südpark tun wird, stehe bis zum Ende der Bürgerbeteiligung noch nicht fest, so der Abteilungsleiter Stadtentwässerung. „Die Planungsüberlegungen müssen aber bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.“ Die Unternehmen Gelsenwasser und „L+S Landschaft + Siedlung“ sind mit der Planung beauftragt worden. Im Zentrum der Überlegungen stünden Klimaresilienz, Lebensqualität und Ökologie.

Was war doch gleich Klimaresilienz? Knoblauch: „Es geht um Widerstandsfähigkeit. Es gibt mehr Hitzeperioden und aufs Jahr gerechnet weniger Wasser, dafür aber mehr Starkregenereignisse.“ Es brauche Maßnahmen, die den Folgen des Klimawandels entgegenwirken und diese minimieren können.“ Eins der wesentlichen Ziele der Umgestaltung des Südparks sei die Regenwasserabkopplung der umliegenden Flächen: Freibad, Hallenbad, Albert-Schweitzer-Schule, Fährmannschule, Kindergarten Ruhrstraße, Tennisanlagen, Wohnhäuser Am Südpark.

Die Aufenthaltsqualität des Südparks soll gesteigert werden. © Meike Holz © Meike Holz

„Der Teich hat ein Gestaltungsdefizit“

Das Regenwasser solle dem Kreislauf zur Verfügung gestellt werden, statt in der Kanalisation zu landen. So könne auch verhindert werden, dass der Südparkteich und auch der Bärenbach zu wenig Wasser führen, wie es aktuell der Fall sei. „Der Teich hat ein Gestaltungsdefizit“, sagt Knoblauch. Weil dessen Folie defekt sei und das Gewässer keinen natürlichen Zufluss habe, habe er „einen halben Meter verloren“. Und auch die vorhandene Tiefbrunnenanlage, über die der Teich theoretisch mit Wasser gespeist werden könnte, sei zu. Denkbar sei bei einer Umgestaltung eine Zweiteilung in einen Zierteich und eine Versickerungsanlage.

Und so geht‘s

Bei der WikiMap wird eine virtuelle Karte vom Südpark gezeigt. Dort können Bürger gezielt auf verschiedene dargestellte Orte klicken, Fähnchen setzen und Anregungen und Vorschläge hinterlassen. Auch Fotos lassen sich einstellen. Vorhandene Vorschläge können gelesen und mit einer „Gefällt mir“-Funktion bewertet werden. Das alles erfolgt anonym, zur Registrierung ist ein Pseudonym erforderlich.

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