Kriegsgräber im belgischen Ypern, daneben ein Bild, das bei der Verleihung des Bundesverdienstordens an Detlev Kmuche in der Bildmitte, umrahmt von Vize-Bürgermeisterin Marita Bergmaier und Landrat Bodo Klimpel.
Er will neue Kriegsgräber, wie hier im belgischen Ypern, verhindern: Detlev Kmuche (M.) wurde von Landrat Bodo Klimpel mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Auch Recklinghausens Vize-Bürgermeisterin Marita Bergmaier gratulierte. © Montage Jörg Gutzeit
Auszeichnung im Kreishaus

Bundesverdienstkreuz: Recklinghäuser Detlev Kmuche pflanzt Frieden in junge Köpfe

Der Recklinghäuser Detlev Kmuche ist im Kreishaus mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Das Friedensprojekt des frisch pensionierten Lehrers ist bedrückend aktuell.

Alles fing mit seinem Großvater Wilhelm an, erklärte Detlev Kmuche (66) Freunden und Wegbegleitern im Großen Sitzungssaal des Kreishauses. Die „leicht verkrüppelte“ Hand des Opas war lange ein Thema in der Familie. Es kursierten verschiedene Versionen darüber, wie sich der Großvater die Verletzung zugezogen hatte. Klar war: Es geschah als Soldat im Ersten Weltkrieg. „Mal war von einem Granatsplitter die Rede, mal davon, dass sich versehentlich ein Schuss gelöst habe“, berichtete der Recklinghäuser. Die Neugier des Enkels war geweckt. Detlev Kmuche recherchierte – und brachte die Wahrheit ans Licht. Sein Großvater schoss sich im September 1918, kurz vor Kriegsende, selbst in die Hand, um nicht mehr kämpfen zu müssen. Eine Verzweiflungstat, um dem Horror aus Tod und Verderben zu entfliehen.

Projekt wirkungsvoller als Vorträge oder Texte

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Ist davon überzeugt, dass das Leben selbst die besten und bewegendsten Geschichten liefert. Man müsse nur aufmerksam zuhören, beobachten und die richtigen Fragen stellen. Glaubt immer noch, dass es eine gute Idee ist, jenseits der 40 Handball zu spielen. Ist in der Region gerne mit dem Rad unterwegs. Dortmunder Junge, verheiratet, Vater von zwei Söhnen.
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Alexander Spieß

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