Umfangreiche Dokumentation geplant

Der Bergbau lebt in Recklinghausen weiter – in den Herzen und Gärten

Wo in Recklinghausen gibt es Spuren der Bergbau-Vergangenheit? Der Verein für Orts- und Heimatkunde und die Stadtverwaltung bitten die Bürger um Hinweise auf die Zechenkultur im Stadtbild.
Im Fördermaschinenhaus von Schacht 7 stellten Vertreter von Stadt Recklinghausen, Verein für Orts- und Heimatkunde und des Geschichtskreises General Blumenthal das Projekt zur Dokumentierung von Bergbauzeugnissen vor. © Stadt Recklinghausen

Fotos und Objektangaben sollen mittelfristig Eingang in eine geplante Dokumentation finden. Schließlich waren es der Bergbau und seine Zulieferbetriebe, die Recklinghausen zur Großstadt werden ließen. Es waren die Bergmänner, ihre Familien, ihre Arbeit und ihre Kultur, die Recklinghausen mitgeformt haben. Mit „Clerget“, im Volksmund liebevoll „Klärchen“ genannt, wurde 1869 in Recklinghausen der erste Bergbauschacht abgeteuft. Mit 37 Belegschaftsmitgliedern fing alles an.

Die letzte Zeche in Recklinghausen wurde vor 20 Jahren geschlossen

Die Bergbau-Ära prägte die Menschen, die Stadt und das Stadtbild deutlich und bis heute. Auch wenn mit Blumenthal im Jahr 2001 die letzte Zeche in Recklinghausen geschlossen wurde, wirkt der Bergbau nach und bleibt unvergessen. Im Stadtbild gibt es viele Erinnerungen daran. Ob Loren, Figuren der heiligen Barbara, Schlägel und Eisen oder Fördergerüste: Viele Orte, Bauwerke, Kunstgegenstände, Wandgestaltungen, Objekte und Straßenschilder erinnern an den Bergbau. Erst vor Kurzem wurde eine Lore im Freibad Suderwich aufgestellt, zahlreiche Erinnerungsstücke zur Geschichte des Bergbaus sind inzwischen entlang der König-Ludwig-Trasse platziert. Aber auch auf privaten Grundstücken gibt es viele Zeugnisse.

Heimatverein und Stadt wollen Bergbau-Zeugnisse dokumentieren

All diese stadtbildprägenden Bergbau-Zeugnisse möglichst umfassend zu dokumentieren und später in einem weiteren Schritt zu veröffentlichen, haben sich der Verein Orts- und Heimatkunde und die Stadtverwaltung zur Aufgabe gemacht. „Wie wichtig das Erbe der Industriekultur für die Geschichte der Stadt ist, hat auch der Rat in seinem Beschluss zur Dokumentation der Bergbauzeugnisse verdeutlicht,“ sagt Bürgermeister Christoph Tesche. Bergbauhistorische Stätten, Orte, Erinnerungsstücke im öffentlichen Raum und auf privatem Grund, in öffentlicher sowie privater Hand als zu bewahrendes Kulturgut der Bergbaugeschichte recherchieren, zusammentragen, bewerten und dokumentieren ist das Ziel.

Bürger haben bereits die ersten 50 Objekte gemeldet

Einen ersten Aufschlag für das Projekt machte der Verein für Orts- und Heimatkunde im vergangenen Oktober. Zusammen mit den Recklinghäuser Bergbau- und Geschichtsvereinen erfolgte ein Aufruf an die Bürger, Objekte zu fotografieren und mit Angaben zum Standort an den Verein zu übermitteln. Dazu wurde eigens ein Online-Formular, mit dem auch Fotos hochgeladen werden können, eingerichtet. „Rund 50 spannende Objekte wurden bislang eingereicht. Diese werten wir zurzeit aus“, freuen sich die beiden Vorsitzenden des Vereins für Orts- und Heimatkunde, Georg Möllers und Jürgen Pohl.

„Um aber eine möglichst komplette Auflistung erstellen, die wir dann entweder insgesamt oder in Auswahl den Bewohnern und Besuchern der Stadt online oder als Broschüre zur Verfügung stellen können, braucht es noch mehr Input“ betont Jessica Dehms aus der Abteilung Stadtmarketing. Abteilungsleiter Georg Gabriel ergänzt: „Es macht wenig Sinn, eine zweite Datei anzulegen, daher arbeiten wir wie auch bei anderen Projekten wie der Stadttorgestaltung eng mit dem Verein für Orts- und Heimatkunde zusammen.“

Meldungen sind online oder per Post möglich

Angaben zu den Objekten bitte mit Foto, zu Standort, Art, Entstehungsjahr, Größe, Material, Hersteller und weiteren können online im Formular des Vereins für Orts- und Heimatkunde gemacht werden. Wer dies nicht digital tun möchte, sendet Fotos und Informationen an den Verein für Orts- und Heimatkunde, Hohenzollernstraße 12, 45659 Recklinghausen.

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