Gruß aus der Vergangenheit

Ein besonderes Wiedersehen mit dem Bundespräsidenten

Anke Surmann hat in unserer Beilage zum 190. Geburtstag des Medienhauses Bauer geblättert und sich auf einem Bild aus dem Jahr 1965 wiedererkannt.
Dieses Bild aus dem Jahr 1965 hat Anke Surmann sofort wiedererkannt. Als Vierjährige steht sie vor Bundespräsident Heinrich Lübke. © SYSTEM

Aufgrund etlicher Reaktionen aus der Leserschaft wissen wir, dass die Beilage zum 190. Geburtstag des Medienhauses Bauer, die am vergangenen Freitag erschienen ist, vielen eine Freude bereitet hat, doch in einem speziellen Fall war das Frohlocken dann nochmal besonders groß. Anke Surmann aus Röllinghausen hat sich auf der Seite 17 wiedererkannt – auf einem Foto aus dem Jahr 1965, das ohne jeden Zweifel einen historischen Hintergrund hat.

Die vierjährige Anke, die damals noch den Nachnamen Möller trug, ist dort in Gesellschaft von Bundespräsident Heinrich Lübke zu sehen, der am 11. Juni 1965 das nagelneue Ruhrfestspielhaus mit seiner Anwesenheit beehrt und eingeweiht hat. Und davon hat die Recklinghäuser Zeitung natürlich tags darauf berichtet, mit vielen Zeilen und nicht zuletzt jenem Foto, das Lübke, die kleine Anke und ihre Mutter zeigte.

Recklinghäuser Zeitung hat das Bild zugeschickt

„Ich kann mich natürlich nicht mehr an den Tag erinnern, aber sehr wohl noch an die Clubjacke, die ich an dem Tag anhatte. Die habe ich noch recht lange getragen, anscheinend ist sie mitgewachsen“, vermutet Anke Surmann scherzhaft.

Das Bild aus der Zeitung hat sie deswegen sofort wiedererkannt, weil es seit über 55 Jahren in ihrem Kinderalbum steckt. „Die Recklinghäuser Zeitung hat es uns zugeschickt, auf einer speziellen Pappe“, erklärt Anke Surmann.

Ein wenig unscharf, aber historisch: Wilhelmine und Heinrich Lübke sowie die kleine schüchterne Anke. © Möller © Möller

Auf der Pappe steht zudem ein Gedicht, von dem sie nicht weiß, wer es dort handschriftlich eingetragen hat. Und es gibt dort noch ein zweites Bild, das ein wenig unscharf ist. Darauf sind die vierjährige Anke von vorne und auch Wilhelmine Lübke, die Gattin des Bundespräsidenten, zu sehen. Letztere war im Übrigen Studienrätin und im Gegensatz zum deutschen Staatsoberhaupt überaus sprachgewandt.

„Ich war immer ein braves Mädchen“

Dass die Möllers überhaupt an jenem Tag vor Ort waren, ist jedoch kein Zufall, obwohl die Familie aus Buer kam: „Wir sind immer bei den Ruhrfestspielen gewesen, das galt auch für unsere Verwandten aus Herne. Wir mochten die Atmosphäre, und wir haben auch Aufführungen besucht, wenn es möglich war.“

Dass sie bei der Begegnung mit Lübke eher scheu auf den Boden blickte, verwundert Anke Surmann nicht: „Ich war ein braves Mädchen, mich konnte man überall mit hinnehmen.“

So sieht sie heute aus: Anke Surmann (M.), geb. Möller, mit ihren Eltern Hanna und Gerd Möller. © Möller © Möller

Und weiter: „Mit fast 60 Jahren ist es einfach schön zu sehen, dass wir glücklicherweise nochmals abgedruckt wurden, richtig herrlich.“

Und auch ihre Eltern, die beide noch in Buer („nicht Gelsenkirchen-Buer, sondern nur Buer“) leben, hatten ihren Spaß, als Tochter Anke ihnen vom Zufallsfund in der Geburtstagsbeilage berichtete.

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