Prozess um Diebstahlsserie

Einbruchsopfer (90) rief: „Hilfe, in Nummer … wird eingebrochen.“

Eine 90 Jahre alte Frau aus Recklinghausen wird nachts von einem Einbrecher mit Reizgas besprüht, fühlt sich nun in ihren vier Wänden nicht mehr sicher – jetzt plagt sie jede Nacht Angst.
© Foto: dpa

Mit der Vernehmung eines 90 Jahre alten Einbruchsopfers ist der Prozess gegen einen mutmaßlichen Serieneinbrecher (40) aus Recklinghausen fortgesetzt worden. Die Rentnerin war in ihrer Süder Parterrewohnung mit Pfefferspray attackiert worden.

„Das hat unglaublich wehgetan. Ich habe mich wie blind gefühlt“, erinnerte sich die Zeugin am Montag am Bochumer Landgericht. Es war die Nacht auf den 11. April, als die alleinlebende Seniorin durch laute Geräusche aus einem in ihre Wohnung führenden Kelleraufgang aus dem Schlaf gerissen worden war. „Ich habe Licht gesehen, die Tür aufgeschlossen, da spritzt mir auch schon jemand etwas in die Augen“, so die Rentnerin. Die 90-Jährige reagierte blitzschnell: „Ich habe die Tür wieder zugeschlagen und von außen mit einem Stuhl zugeklemmt.“ Dann habe sie sich auf den Balkon „getastet“ und laut gerufen: „Hilfe, in Nummer … wird eingebrochen.“ Ein Nachbar habe darauf die Polizei alarmiert. Der Täter sei bei deren Eintreffen aber bereits (ohne Beute) geflüchtet. Seit dem Vorfall, so die 90-Jährige, leide sie unter Sehproblemen und Angstzuständen.

Im Prozess geht es um Wohnungs- und Geschäftseinbrüche im Raum Recklinghausen. Der vielfach vorbestrafte Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Zuletzt war bekanntgeworden, dass er von seinem eigenen Bruder bei der Polizei angeschwärzt worden war.

Der Abend in Recklinghausen

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