Herbstprogramm

Einmal ohne Werbung: VHS-Heft im edleren Gewand

Die Broschüre der Volkshochschule soll hochwertiger werden. Darum verzichtete der Leiter der VHS versuchsweise im Herbstprogramm auf Werbung. Ein Kritiker sagt nun, damit verschwende er Geld.
Das Gebäude der Volkshochschule am Herzogswall. © Nowaczyk

„Hat die Volkshochschule zu viel Geld, dass sie in ihrem neuen Programmheft auf lukrative Anzeigen verzichtet?“, fragt Bernd Stegemann provozierend. „Nein“, sagt dazu der Leiter der VHS, Dr. Ansgar Kortenjann, und berichtet von einem neuen Konzept.

Mit Verwunderung hatte Stegemann gesehen, dass das VHS-Programm des 2. Halbjahrs ohne Anzeigen der örtlichen Gewerbebetriebe, der Einzelhändler und der Krankenhäuser auskommt. „Angesichts der finanziellen Belastung der Stadt sollte man auf diese Einnahmequelle nicht verzichten“, meint er.

Auch die Anzeigenkunden fühlten sich vor den Kopf gestoßen, betont er. Und das weiß Bernd Stegemann aus erster Hand, schließlich war er es, der sich mit seiner Agentur bislang um das Anzeigenmarketing des VHS-Programms gekümmert hat. Nun wirft er dem VHS-Chef vor, „Geld in den Sand zu setzen, das man an anderer Stelle im Bildungsbereich hätte gut einsetzen können“.

„Ich gehe verantwortungsvoll mit dem Geld um“

Das sieht Dr. Ansgar Kortenjann anders. Und er stellt vorab klar: „Ich gehe verantwortungsvoll mit dem Geld um.“ Der Werbeteil im Herbstprogramm sei auf vier unbezahlte ganzseitige Anzeigen reduziert worden, „um bis zuletzt flexibel zu bleiben“, falls aufgrund der Pandemie wieder viele Veranstaltungen ausgefallen wären und es womöglich nur ein Online-Programm gegeben hätte.

Ansgar Kortenjann ist der Leiter der Volkshochschule. © privat © privat

Aber das sei nicht der einzige Grund. „Ich möchte neue Dinge ausprobieren und das Heft gestalterisch weiterentwickeln“, berichtet er. Vor allem wünsche er sich eine hochwertigere Broschüre mit einer klareren Struktur. Viele kleine Anzeigen sorgten indes für ein unruhiges Bild. Kortenjann: „Darum wollten wir mal sehen, wie das Programmheft ohne Werbung ankommt.“ Schließlich sei es das Aushängeschild der VHS. Und er habe schon viele positive Rückmeldungen erhalten.

Budget von 5000 Euro wurde nicht überschritten

Dabei habe Kortenjann das vorgesehene Budget von 5000 Euro nicht überschritten. „Mit einer geringeren Auflage und Seitenzahl konnten wir das ohne Probleme auffangen“, erklärt er, „auch wenn das einzelne Heft dadurch teurer geworden ist. Das habe ich in Kauf genommen.“ So sank die Zahl der Exemplare von 6000 auf 3500. Da sich auch immer mehr Menschen über das Internet und auf der neu gestalteten Website informierten, reiche diese Menge aus.

Letztendlich sei die Entscheidung für oder gegen Werbung aber noch nicht gefallen. Fest stehe allerdings: Das Format der Broschüre werde sich verändern. Ein neues Design solle dem Programm ein moderneres, aber auch edleres und ästhetischeres Gesicht geben. „Denn wir haben eindeutig Nachholbedarf im Bereich Marketing“, betont Ansgar Kortenjann.

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