Endlich Schutz

Erfolgreiche Impfaktion der Wohnungslosen- und Drogenhilfen

Diakonie, Gasthaus und Drogenberatung in Recklinghausen haben ihre Impfaktion erfolgreich durchgeführt. Rund 200 Menschen – Klienten wie Mitarbeiter – sind nun vor Corona geschützt.
Am Wochenende wurden in Recklinghausen rund 200 Personen mit dem Vakzin Janssen von „Johnson & Johnson“ geimpft. © dpa

Große Freude bei den sozialen Beratungsstellen der Diakonie, im Gasthaus und bei der Drogenberatungsstelle: Die gemeinsame Impfaktion mit dem Vakzin von Johnson & Johnson hat gut geklappt. Rund 200 Personen sind nach nur einer Spritze mit dem Wirkstoff vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt.

Die evangelische Altstadtgemeinde hatte ihr Pfarrheim an der Gustav-Adolf-Kirche als Impfzentrum zur Verfügung gestellt.

„Wir haben sehr viele unserer Besucher erreicht. Manche Angemeldete sind zwar nicht gekommen oder haben kurzfristig abgesagt“, sagt Markus Just, Abteilungsleiter der Wohnungslosenhilfe der Diakonie, „dafür sind andere unserer Klienten dazugekommen, die sich spontan impfen lassen wollten.“ So sei es bei der vorab kalkulierten Zahl von rund 200 Patienten geblieben.

Mit einem besseren Gefühl in die Beratung

Auch zahlreiche Mitarbeiter der Beratungsstellen hätten das Angebot angenommen, sich am Samstag impfen zu lassen. „Sie sind sehr erleichtert. Unsere Beratungen und offenen Sprechstunden haben durchgehend stattgefunden – natürlich mit Hygienekonzept. Aber der Schutz gibt ihnen ein besseres Gefühl.“

Das bestätigt auch Ludger Ernsting, Pfarrer der Gastkirche: „Es macht psychisch eine Menge mit den Menschen und ist gut für das seelische Gleichgewicht.“

Das gelte für Besucher wie Mitarbeiter des Gasthauses an der Heilige-Geist-Straße.

Dort hatte das Team die Angemeldeten in Zehner-Gruppen zum Impftermin geschickt. „Es hat reibungslos funktioniert, das haben die Kollegen der Diakonie sehr gut organisiert“, lobt der Pfarrer. „Auch die Atmosphäre war sehr gut.“ Ernsting selbst hat sich ebenfalls impfen lassen. „Ich war der Letzte, der die Spritze bekommen hat. Ich freue mich sehr“, sagt er.

Hoffnung auf schrittweise Rückkehr zur „Normalität“

Für die Einrichtungen bedeutet die Impfung, dass schrittweise Angebote wieder ausgebaut werden können. „Unsere Tagesstätte ist zwar geöffnet, der Zugang aber stark reglementiert, die Besucherzahlen sind begrenzt“, erläutert Markus Just. Die täglichen Mahlzeiten werden zwar ausgegeben, „aber auch das unter starken Auflagen“. Dennoch habe in den vergangenen Monaten niemand hungern müssen: „Wer nicht in der Tagesstätte essen kann oder möchte, bekommt Frühstück und Mittagessen auch ,to go‘.“ Und bei Bedarf eine frische Maske gleich dazu.

Aber für die Wohnungslosen und Bedürftigen von Diakonie und Gasthaus ginge es um viel mehr als einen vollen Magen. „Ich hoffe, dass wir durch die Impfung bald wieder mehr unserer Angebote machen können“, so Just. Denn auch wenn in der Pandemie scheinbar vieles eingeschlafen ist, die Not ist es nicht: „Die Zahl der Ratsuchenden war 2020 nicht geringer, wir hatten wie 2019 mehr als 300 Klienten.“

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