Projekt startet

Etwas andere Schatzsuche hilft bei der Integration

Geflüchtete Jugendliche und junge Erwachsene erkunden während eines Geocaching-Projekts die Stadt und erfahren, wo sie ihre Freizeit verbringen können, aber auch Hilfe finden.
Startklar (v.l.): Marithres van Bürk-Opahle (Fachbereichsleitung „RE/init“), Fiona Bogatzki und Matthias Grammann („Areopag“), Marianne Langener (Sternwarte), Hendrik Esders (Heinrich-Pardon-Haus), Lukas Brückner (Stadtbibliothek) und Dr. Julia Schlüter (Projektleitung „RE/init“) stellen das Geocaching-Projekt vor. © Kilian Warmer

Der Verein „RE/init“ hat das Geocaching-Projekt „Looking for…“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein Projekt für geflüchtete junge Menschen. Allerdings kann auch jeder andere Cacher mitmachen. Beim Geocaching geht es um eine Art Schatzsuche. Dabei gilt es, Caches (englisch: geheimes Versteck) zu finden.

„Neben der Möglichkeit der Freizeitgestaltung wollen wir den Geflüchteten auch Anlaufstellen nennen, wo sie Hilfe bekommen, informiert werden und Kultur erfahren“, erklärt Dr. Julia Schlüter, Leiterin des Projektes. „Sie sollen Recklinghausen ein Stück mehr als Heimat gewinnen.“ Die Auswahl der zehn Standorte zeigt: Die Integration in das gesellschaftliche und kulturelle Leben steht im Vordergrund. Das sind zum Beispiel die Sternwarte, die Stadtbibliothek, das Heinrich-Pardon-Haus oder das Jugendcafé „Areopag“.

Zehn Stationen zu Fuß oder mit dem Rad entdecken

Bei den sogenannten „Lab-Caches“, die wie eine Schnitzeljagd funktionieren, kann jeder zu Fuß oder mit dem Fahrrad verschiedene Stationen entdecken, an denen jeweils eine Frage beantwortet werden muss. Zuvor sollten sich die Spieler allerdings die App „Adventure Lab“ herunterladen, die kostenlos in den App-Stores zur Verfügung steht. Mit Hilfe von GPS ist der Cache schnell gefunden, und die Teilnehmer können die Stationen auf einer Karte ansehen. Auch die Fragen und kleine Videos zu den Standorten sind in der App hinterlegt.

Sprachbarriere spiele dabei eine kleinere Rolle

„Die jugendlichen Geflüchteten sollen über den Geocache einen Zugang zur Stadt bekommen, und soziale Schwellen sollen vermindert werden“, betont Marithres van Bürk-Opahle, Fachbereichsleiterin von „RE/init“. Ein großer Vorteil dieses Projektes sei der einfache Zugang. Der Cache könne allein oder mit mehreren absolviert werden, und die Sprachbarriere spiele eine kleinere Rolle als bei vielen anderen kulturellen Veranstaltungen.

Ursprünglich sollte das Projekt mit deutlich mehr Jugendlichen und jungen Erwachsenen starten, doch die Pandemie machte diese Pläne zunichte. Nun sind etwa zehn Teilnehmer dabei. „Wir wollen dieses Projekt auch in andere Maßnahmen integrieren, beispielsweise in unsere Sprachkurse“, berichtet Marithres van Bürk-Opahle. Weitere Caches sollen folgen.

Teilnehmer sind zwei bis drei Stunden unterwegs

Zu Fuß dauert die Gesamtroute zwei bis drei Stunden. Der Cache kann jedoch in so vielen Etappen absolviert werden, wie jeder möchte. Dr. Julia Schlüter empfiehlt zwei Runden mit je fünf Stationen, da einige davon im Innenstadtbereich zu finden sind, während beispielsweise die Sternwarte und der Tierpark etwas weiter außerhalb liegen.

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt