Firma ändert den Termin

Fensterbau vor den Ferien: Homeschooling für Hinsberg-Schüler

Handwerker sind gefragt und können Bedingungen stellen. An der Grundschule Im Hinsberg führt es dazu, dass der Betrieb quasi lahmgelegt wird. Die Kinder sollen möglichst zu Hause bleiben.
Die Hinsbergschule wird erst im kommenden Jahr komplett saniert, doch wegen Corona werden schon jetzt die Fenster ausgetauscht. © Meike Holz

Dass die Schule von heute auf morgen dicht ist, sind Eltern durch Corona ja fast schon gewöhnt. Aber als ihn am Donnerstag (30.10.) ein Elternbrief erreichte, dass ab Montag, 4. Oktober, der Unterricht an der Hinsbergschule erneut für zwei Tage ausfällt, war der Vater mehr als sauer. Denn Handwerkerarbeiten und der damit verbundene Baulärm sind der Grund, warum alle Kinder möglichst zu Hause bleiben sollen.

„In anderthalb Tagen müssen wir Eltern mal wieder eine Betreuung für unsere Kinder organisieren“, ärgert sich der Recklinghäuser. Er und seine Frau würden das zwar schaffen, aber viele andere hätten ein Problem. Zwar bietet die Schule Eltern, die gar keine andere Möglichkeit finden, an, dass die Kinder an beiden Tagen in der Schule betreut werden. Aber die regulären Stunden fallen aus, stattdessen soll es Lernmaterial für den Distanzunterricht geben. Da die Coronatests in den Schulen und der Schwimmunterricht planmäßig durchgeführt werden sollen, müssen die Eltern ihre Kinder zum Teil dennoch zur Schule bringen.

Dabei war der Austausch der insgesamt 69 Fenster bereits für die Sommerferien geplant. Das hat wohl nur gut zur Hälfte geklappt. Aktuell haben laut Auskunft der Stadt noch acht Klassenräume 32 alte Fenster. Dann habe es, so der Vater, die Info gegeben, dass die Fenster in den Herbstferien erneuert werden sollten.

Ein Baustopp kommt nicht infrage

Warum die Arbeiten nun so kurzfristig in die letzte Schulwoche vorgezogen werden, erläutert die Pressestelle der Stadt nicht. „Für eine Durchführung in den Ferien steht die ausführende Firma nicht zur Verfügung, auch die Option, den Einbau am Wochenende durchzuführen, erfordert gesonderte Genehmigungen bei der Bau-Berufsgenossenschaft und auch in diesem Fall müssten Handwerker zur Verfügung stehen“, lautet die Antwort des Schulträgers auf unsere Anfrage. „Dies ist kein Einzelfall, denn es ist hinlänglich bekannt ist, dass die Auftragsbücher von Handwerksfirmen bundesweit gefüllt sind.“ Insbesondere in den Ferienzeiten liefen Förderprogramme und Sanierungen parallel, ein Baustopp käme daher nicht infrage.

Die Hinsbergschule wird übrigens ab dem kommenden Sommer so umfangreich saniert und aufgestockt, dass die Schule für anderthalb Jahre in ein Ersatzquartier ausgelagert werden muss. Da allerdings mit den alten Fenstern das in Coronazeiten erforderliche Stoßlüften nicht möglich war, wurde der Austausch um ein Jahr vorgezogen. Kostenpunkt: 303.500 Euro.

Aber auch bei solch einer Summe können die ausführenden Firmen offenbar noch den Takt vorgeben. „Bei einer Abwägung der Vor- und Nachteile wurde schließlich das Modell des Distanzunterrichtes in dem genannten Zeitfenster bevorzugt“, teilt die Stadt mit. Falls am Mittwoch die Kinder wieder in die Schule zurückkehren können, sind die Handwerker aber noch vor Ort. Sie sollen, so heißt es, bis Donnerstag im Einsatz sein.

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