Hochwasser

Feuerwehren und Emschergenossenschaft im Dauereinsatz

Während in anderen Städten noch immer „Land unter“ herrscht, ist Recklinghausen von größeren Überschwemmungen verschont geblieben. Die Feuerwehr war und ist dennoch im Dauereinsatz.
Wie ein kleiner Strom präsentierte sich die Emscher an der Stadtgrenze zu Herne am Donnerstagmorgen. © Jörg Gutzeit

Zu 17 Wasser- bzw. Unwettereinsätzen im gesamten Stadtgebiet mussten die Helfer allein am Mittwoch (14. Juli) in der Zeit von 17.30 Uhr bis Mitternacht ausrücken. Neben Kräften der hauptamtlichen Wachbereitschaft der Feuer- und Rettungswache waren die Löschzüge Süd, Suderwich, Ost und Hochlar im Einsatz. Zumeist handelte es sich um kleinere Schäden, Verletzte gab es laut Feuerwehr-Sprecher Christian Schell keine. „Man kann sagen, dass wir hier in Recklinghausen richtig Glück hatten.“

Doch für etliche Feuerwehrleute war in der Nacht noch lange nicht Schluss, schließlich hatte das Unwetter in anderen Teilen des Landes deutlich schlimmere Auswirkungen – und anderen Wehren stand das Wasser nicht nur sprichwörtlich bis zum Hals. „Die Ehrenamtlichen aus dem Löschzug Suderwich waren seit ca. 0 Uhr in Bochum, um die dortige Feuerwehr bei der Bewältigung der Einsätze zu unterstützen“, erklärt Christian Schell.

In erster Linie sei es um Hochwasserlagen im Ortsteil Dahlhausen gegangen. „Aber auch bei einem Kellerbrand konnten die Suderwicher helfen.“ Am Vormittag seien die Helfer in ihr Gerätehaus am Stresemannplatz zurückgekehrt, stattdessen rückten Mitglieder der Löschzüge Altstadt und Speckhorn nach Bochum aus. „Ein Einsatzende ist noch nicht abzusehen“, berichtet Schell.

Lager eines Supermarktes wird gerettet

Während die Soforthilfe in Bochum über die Bezirksregierungen Arnsberg und Münster bzw. das Landesinnenministerium geregelt wurde, wurden die Einsatzkräfte des Löschzugs Hochlar vom Kreis in Marsch gesetzt. Sie sind Teil der organisierten Feuerwehr-Bereitschaft des Kreises und wurden am Donnerstag um 5 Uhr nach Wuppertal gerufen.

Dort ging es zunächst um die Rettung des Lagers eines größeren Supermarktes, das von den Wassermassen bedroht war. „Unsere Leute können das Lager durch Sandsackbarrieren und Pumpen halten“, meldet Christian Schell. Auch in Wuppertal sei noch nicht klar, wann der Einsatz für beendet erklärt werden könne, gegebenenfalls würden die Feuerwehrleute aus Hochlar abgelöst.

Für die Emschergenossenschaft war es definitiv ein Tag im Ausnahmezustand. Pressesprecherin Anne-Kathrin Lappe erklärt, „dass selbst altgediente Kollegen vom bislang größten Härtetest in ihrer beruflichen Laufbahn gesprochen haben.“

An einigen Stellen habe die Emscher nur noch einen halben Meter unter der Deichkrone gestanden, und man wäre sehr froh gewesen, dass es dabei geblieben ist. „Um Mitternacht war der Scheitelpunkt erreicht, danach sank der Pegel wieder“, so die Sprecherin. Gleichwohl habe man Maßnahmen getroffen, um dem Überschwappen der Deiche zu begegnen.

Viel mehr Regen als ursprünglich prognostiziert

Die Situation sei noch durch ständig neue Niederschlagsprognosen verschärft worden. „Am Ende des Tages war viel mehr Regen heruntergekommen als angesagt“, so Anne-Kathrin Lappe. Die größten Probleme bereitetet die Emscher den Verantwortlichen im Bereich Dortmund und Castrop-Rauxel, in Recklinghausen verläuft der einstige Industriefluss vorwiegend gerade oder in weit gezogenen Kurven.

Mit großem Interesse hat man bei der Emschergenossenschaft auch beobachtet, wie sich der renaturierte Hellbach verhält. Mit anhaltendem Niederschlag stieg auch dort der Pegel an, doch die angelegten Regenrückhaltebecken erledigten ihren Job wie vorgesehen. Bereits am Mittwochmorgen war der Hellbach schon fast wieder in sein übliches Bett zurückgekehrt.

Die Rückhaltebecken wird man in den kommenden Tagen wieder leer laufen lassen, weiterer übermäßiger Niederschlag wird erst einmal nicht mehr erwartet.

Der Abend in Recklinghausen

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