Nachruf

Flöwes Geschichten sind zu Ende

Der Künstler Wolfgang Purcz, der die freie Szene in Recklinghausen in den letzten Jahren mit seinen Leinwand-Arbeiten bereicherte, ist im Alter von 71 Jahren verstorben.
Auch in der ehemaligen kleinen Galerie am Kirchplatz zeigte Wolfgang Purcz seine farbintensiven Leinwände. © Jörg Gutzeit (Archiv)

Bis zuletzt kurvte er noch, von der Krankheit schwer gezeichnet, auf seinem Spezialrad durch die Innenstadt. Immer gut drauf, immer ein nettes Wort für seine Mitmenschen parat. Jetzt ist Wolfgang Purcz gestorben. „Flöwe“, wie er sich als Künstler nannte, wurde nur 71 Jahre alt.

In seinem ersten Leben war Wolfgang Purcz Manager in der Pharma-Industrie, flog von Alaska bis Tokio kreuz und quer über den Globus – ein Workaholic vor dem Herrn. Als Rentner widmete er sich seiner Leidenschaft und war auch als freischaffender Künstler malsüchtig.

Gefühle, Träume und Ängste auf farbexplosiven Leinwänden

Die entschleunigende Gelassenheit des Alters schmälerte Professionalität und Ehrgeiz keineswegs. Kein Tag, an dem er nicht im Atelier stand, um auf der Leinwand Geschichten zu erzählen. Nur seine Krankheit konnte ihn stoppen. In Flöwes farbexplosiven mehrschichtigen Geschichten von Menschen, ihren Gefühlen, Träumen oder Ängsten tauchten auf abstrakter Leinwand oft figürliche Elemente oder Fabelwesen auf. In diversen Malakademien und Seminaren, auch bei namhaften Lehrern wie Markus Lüpertz, verfeinerte er seine Technik, lernte die „Sprache von Formen und Farben“.

Seine Arbeiten zeigte Wolfgang Purcz wiederholt bei den Galerie- und Ateliertagen. Über den Plausch mit Kunstfans freute er sich mindestens genauso wie über den Verkauf seiner Bilder.

Der Abend in Recklinghausen

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