„Erhebliche Verluste“

Fritz-Husemann-Haus: Neustart mit Oldie-Nacht

Nach und nach gehen sie wieder an, die Lichter im Recklinghäuser Fritz-Husemann-Haus. Die erste Oldie-Nacht nach dem Lockdown steigt am 11. September.
Zurück auf der Bühne: "The Shaggys" erwachen am 11. September im Fritz-Husemann-Haus aus der Corona-Pause. Dabei sind (v.l.) Norbert Korziak, Wilm Leinwather, Arno Welke, Jürgen Grenz und Reiner Mann. © privat

Gerd Liebetanz spricht von „erheblichen Verlusten“. Für den Trägerverein des Fritz-Husemann-Hauses an der Leopoldstraße waren die Monate des Lockdowns finanziell ein schwerer Schlag. „Ohne die Unterstützung der Stadt hätten wir das nicht geschafft“, sagt Vereinsvorsitzender Liebetanz. Auch die Coronahilfen des Bundes hätten dazu beigetragen, dass es das in privater Trägerschaft befindliche Kultur- und Veranstaltungszentrum überhaupt noch gibt. Fast ein Jahr lang war alles verboten, wovon der Verein die laufenden Kosten für die 54 Jahre alte Immobilie decken kann: Hochzeitsfeiern, Konzerte, kleinere Messen und Jubilarfeiern von Parteien und Gewerkschaften. Vor zehn Jahren übernahm der Verein das Haus von der Stadt. Die für dieses Jahr geplante Geburtstagsfeier findet wohl erst 2022 statt.

Immerhin: Mittlerweile stehen die Weichen wieder Richtung Wachstum. „Das Geschäft mit den Hochzeiten läuft langsam an“, sagt Gerd Liebetanz. Und am Samstag, 11. September, 20 Uhr, steigt die erste Oldie-Nacht nach einem Jahr Pause. Die Reihe geht mit jener Band weiter, mit der sie im Herbst 2020 in der pandemiebedingten Zwangspause endete: „The Shaggys“. Auch die Veteranen der Recklinghäuser Musikszene haben eine lange Durststrecke hinter sich. „Es war extrem“, sagt Saxofonist Jürgen Grenz (72), „auch probenmäßig.“ Die Zusammenkünfte fielen mehrere Monate aus. Jürgen Grenz: „Wir haben zwar einen großen Probenraum, aber wir wollten warten, bis wir alles durchgeimpft sind. Schließlich sind wir alle in einem riskanten Alter.“

Proben erst nach der Impfung

Mittlerweile sind alle Shaggys vollständig geimpft. Ihrem Comeback steht nichts mehr im Wege. Außer vielleicht eine neue Corona-Schutzverordnung. Aber daran möchte derzeit keiner denken – weder in der Band noch im Trägerverein des Fritz-Husemann-Hauses.

Wer den bewährten Mix aus Liedern der 60er- bis 80er-Jahre live hören möchte, muss nachweislich geimpft, genesen oder PCR-getestet sein. Dann ist der Weg frei zum Saal und zur Theke mit Currywurst und Schnittchen. „Unsere Oldie-Nächte sind mittlerweile eine echte Marke“, sagt Gerd Liebetanz. „Das möchten wir unbedingt aufrechterhalten.“ Still soll es also auf keinen Fall zugehen am 11. September, auch wenn der „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel ganz sicher wieder auf der Playlist der Shaggys steht.

Info: Oldie-Nacht mit „The Shaggys“, Samstag, 11. September, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), Fritz-Husemann-Haus, Leopoldstraße 60, Karten gibt es zu 12 Euro an der Abendkasse. Im Vorverkauf kostet der Eintritt 10 Euro. Karten gibt es montags von 15 bis 17 Uhr im Fritz-Husemann-Haus. Reservierungen unter der Homepage des Hauses oder der Band oder unter Tel. 0171/4 12 44 53.

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