Meinung

Geld her, sonst Wüste

Vom 22. Oktober bis 7. November wird Recklinghausen ein kraftvolles Zeichen auf dem Weg zurück in die Normalität setzen, meint unser Kommentator.
Kein Geld wegen der Coronakrise: Die Stadt Recklinghausen will mit Hilfen von Bund und Land Klimaschutz betreiben. © picture alliance/dpa

Recklinghausen feiert die Rückkehr zur Normalität. Es scheint, als wollten die Recklinghäuser die Auswirkungen der Corona-Pandemie wegstrahlen. Oder überstrahlen. Das könnte gelingen angesichts von mehr als 150 illuminierten Gebäuden und Orten zu „Recklinghausen leuchtet“.

Es ist ein starkes Zeichen, das die Hausbesitzer und Geschäftsleute der Altstadt da gerade aussenden: Seht her, wir sind wieder da. Zahlreicher als je zuvor.

Der Weg zurück zum Vor-Corona-Status ist allerdings noch weit. Doch auch ohne Moguai und neue Rathausshow lohnt sich der Besuch von „Recklinghausen leuchtet“. Es geht zurück zum Zauber der ersten Jahre. Im Zentrum steht die Atmosphäre in den beleuchteten Gassen.

Auch Einzelhandel und Gastronomie dürfen sich freuen, dass „Recklinghausen leuchtet“ nach einem Jahr Zwangspause wieder zurück ist in der Stadt. Die Wirte plagen gerade allerdings ganz spezielle Sorgen. Uwe Suberg ließ in dieser Woche mit seiner Aussage aufhorchen, dass er kaum das nötige Personal findet für sein neues Lokal „Noah‘s Place“ im Palais Vest. Kurz vor „Recklinghausen leuchtet“ wollte er eröffnen. Eigentlich. Viele in der Coronakrise arbeitslos gewordene Servicekräfte haben in sichereren Branchen angeheuert. Dabei gab es im Sommer alle Hände voll zu tun, gerade in der Außengastronomie. Vermutlich erst im Laufe des kommenden Jahres, wenn der nächste Lockdown nicht mehr wie ein Schattenriss über dem Land hängt, wird sich diese Lage wohl normalisieren.

Viele länger für seine Erholung wird der städtische Haushalt benötigen. Hier gilt allerdings nicht der wenig tröstliche Sinnspruch an alle unglücklich Verliebten, wonach die Zeit alle Wunden heilt. Leicht abgewandelt hieß es am Montag im Bürgerhaus Süd: Bund und Land heilen alle Wunden. In seiner Haushaltsrede appellierte Kämmerer Ekkehard Grunwald indirekt in Richtung Düsseldorf und Berlin, Gelder locker zu machen. Sonst seien in Recklinghausen keine Mittel mehr da für den Klimaschutz. Im Klartext: Geld her, sonst Wüste. Klingt nach einem Angebot, das in Bund und Land niemand ablehnen kann.

Der Abend in Recklinghausen

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