GEW-Aktion

Gewerkschaft protestiert gegen den Lehrermangel

Nach Angaben der Lehrergewerkschaft GEW fehlen in ganz NRW 4000 Lehrkräfte. Auch in Recklinghausen sei der Mangel zu spüren. Hier will die Gewerkschaft an zentraler Stelle demonstrieren.
Ein leerer Klassenraum - der teils dramatische Lehrermangel wird sich zum neuen Schuljahr aus Expertensicht noch zuspitzen. © picture alliance/dpa

40 Aluminiumfiguren sollen am Freitag, 17. September, auf dem Recklinghäuser Rathausplatz symbolisch für die fehlenden Lehrerinnen und Lehrer stehen. Gerade an Grund- und Förderschulen sei der Mangel an Lehrern eklatant, betont die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Von 15 bis 16 Uhr will die GEW den landesweiten Protest gegen diesen Mangel am Freitag, 17. September, nach Recklinghausen tragen.

„Der Lehrkräftemangel an den Schulen in NRW verhindert Bildungschancen unserer Kinder und Jugendlichen“, sagt Ulrike Brack von der Fachgruppe Grundschule der GEW im Kreis Recklinghausen. Seiteneinsteiger und andere „Hilfslehrer“ könnten die entstandene Lücke nicht schließen, betont die GEW.

Bereits jetzt arbeiteten im Kreis Recklinghausen 150 sogenannte „Nichterfüller“ im Grundschulbereich. Das sei jede zehnte Lehrkraft. Dies entspreche einem Anteil von 10% der Lehrkräfte in diesem Sektor. Als Nichterfüller bezeichnet die Gewerkschaft Personen ohne Lehramt oder den Fächern des Seiteneinstiegs. Diese dürften etwa nur in bestimmten Fächern eingesetzt werden und könnten keine Klassenleitung übernehmen oder Zeugnisse schreiben.

Im Sommer konnte an den Grundschulen laut GEW keine der 27 ausgeschriebenen Stellen für Sonderpädagogen besetzt werden; von den 53 ausgeschriebenen Stellen für Grundschullehrkräfte konnten demnach nur zwölf besetzt werden. Allein an den 13 Förderschulen im Kreis fehlten derzeit fast 50 Kollegen. Die Folge sei eine Überbelastung der vorhandenen Lehrerinnen und Lehrer – was wiederum zu weiteren Ausfälle und Langzeiterkrankungen führe. Aus Sicht der GEW ein Teufelskreis.

Bessere Bezahlung für Einsteiger

Ein Ende der Missstände sei nicht in Sicht. Die Bildungsgewerkschaft richtet ihren Protest an die Politik. Die gemachten Versprechen müssten eingelöst werden. Dazu gehöre auch eine bessere Bezahlung, gerade an Grund- und Förderschulen. „A 13 Z / EG 13 im Einstiegsamt muss für alle Lehrkräfte gelten“, lautet eine zentrale Forderung der GEW. Die Besoldungsgruppe A13 sieht derzeit ein Grundgehalt von mindestens 4463 Euro vor. Hinzu kommen unter anderem Amtszulagen und Familienzuschläge.

Auch müssten mehr angehende Lehrer an den Hochschulen ausgebildet werden. Hier gelte es, die Kapazitäten an Studienplätzen aufzustocken. Und weiter: „Quereinsteiger dürfen nicht alleine gelassen werden – hier braucht es umfangreiche Qualifizierungen und eine Beschäftigung mit langfristiger Perspektive und angemessener Bezahlung.“

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