Erster Auftritt nach Lockdown

Große Süder Tanzfamilie zeigt neues Ballett

In der Ballettschule Warnas laufen die Vorbereitungen für die nächste Aufführung auf Hochtouren. Tänzerinnen und Tänzer im Alter von drei bis 86 Jahren zeigen „Dornröschen“ und „Paquita“ .
Klein und groß, alt und jung: In der Ballettschule Warnas proben Schülerinnen und Schüler im Alter von drei bis 86 Jahren für ihren großen Auftritt. © Jörg Gutzeit

„Achtung, Aufstellung! Schöne Arme, Füße zusammen und lächeln!“ Ludmila Warnas dirigiert die kleinen und großen Tänzerinnen und Tänzer mit ihrem liebevollen Kommandoton in Position. Im großen Saal der Süder Ballettschule laufen die Vorbereitungen für die diesjährigen Aufführungen auf Hochtouren. Trotz der Corona-Pausen liegt alles im Zeitplan. Noch ein wenig Feinschliff, dann kann sich der Vorhang für das Ballett in zwei Akten am 28. und 29. August heben.

Diesmal erzählen rund 70 Teilnehmer im Alter von drei bis 86 Jahren die Geschichten von „Dornröschen“ und dem Mädchen „Paquita“.

Und wie immer, wenn die große Süder Tanzfamilie ins Ruhrfestspielhaus einlädt, steht ein farbenprächtiges Bühnenspektakel mit viel Liebe zum selbst gemachten Detail auf dem Programm.

Ballettmeisterin alter Schule

Ludmila Warnas ist eine Ballettmeisterin alter Schule. Die gebürtige Russin machte ihren Diplom-Abschluss 1966 an der Ballettakademie in St. Petersburg. 20 Jahre unterrichtete sie in Kaliningrad-Königsberg, 1997 eröffnete sie ihre Recklinghäuser Ballettschule in der Spichernstraße. Hier unterrichtet sie seitdem alleine und bringt jedes Jahr eine große Ballett-Choreografie auf die Bühne.

Immer gilt: Jede Schülerin und jeder Schüler darf mitmachen. Auch Ehemann Siegfried Fuchs ist mit 86 Jahren wieder als Statist dabei.

Scheinbar mühelos stellt sich die zehnjährige Bianca auf die Spitze ihrer Ballettschuhe. © Jörg Gutzeit © Jörg Gutzeit

Stolz tragen die Kleinsten ihre Mini-Tutus, drehen sich, von der Mama geschminkt, vorm großen Spiegel und folgen aufgeregt den Regieanweisungen ihrer Ballettlehrerin. Lucy und Sophia (beide 10) gehören nach drei bzw. vier Jahren schon zu den erfahreneren Mädchen und freuen sich auf ihr Solo.

Mit dem Tanzen groß geworden

Auch viele größere junge Damen, die schon in Ausbildung oder Studium sind, halten Ludmila Warnas die Treue. „Ich bin hier mit dem Tanzen groß geworden, habe in der Ballettschule Freundinnen gefunden“, erzählt Ronja Moy. Sie nimmt seit 20 Jahren regelmäßig Unterricht. Die schönen Kleider, die Tänze, der bunte Haufen, der immer wieder tolle Aufführungen auf die Beine stellt, „obwohl kurz vorher noch Chaos herrscht“, all das haben die großen Tänzerinnen lieb gewonnen. Und: „Wir haben die Bühne richtig vermisst“, sagt Nele Jahn.

Ganz ähnlich geht es Petra Stuckmann (65) und Ferdinand Schubert (70). Die beiden Ältesten im Ensemble treten unter anderem mit einem mexikanischen Tanz auf. „Unsere Kostüme sind noch in der Mache.“ Petra Stuckmann ist nach Paartanz, orientalischem und indischem Tanz erst mit 50 Jahren beim Ballett hängen geblieben. „Das macht einfach riesig Spaß und die Krönung sind unsere Aufführungen.“

INFO

– Aufführungen am Samstag, 28. August, 17 Uhr, und am Sonntag, 29. August, 16 Uhr, im Ruhrfestspielhaus. Dauer jeweils zwei Stunden plus Pause.

– Karten zum Preis von 10 Euro (ermäßigt 5 Euro) für die Veranstaltung der Stadt Recklinghausen gibt es ab 28. Juni im RZ-Ticket-Center, Breite Straße 4 und in der Tanzschule.

Der Abend in Recklinghausen

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