Neue Ausstellung

„Heiliges Russland“: Ikonenmuseum beschreitet neue Wege

Russische Landschaften, Kirchen und Wunder: Die Ausstellung „Heiliges Russland“ zeigt Gemälde, die in der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur entstanden sind.
Schlendern durch das "Heilige Russland" (v.l.): Vizebürgermeisterin Marita Bergmaier, Bürgermeister Christoph Tesche, Generalkonsul der Russischen Föderation Alexej Dronov, Leiter des Ikonenmuseums Dr. Lutz Rickelt und Direktor der städtischen Museen Dr. Nico Anklam. © Ulrich Nickel

Das Ikonenmuseum im Herzen der Altstadt zeigt gewöhnlich Bilderschauen, in denen Ikonen, also Kult- und Heiligenbilder, präsentiert werden, die für einen begrenzten Zeitraum die Dauerausstellung ergänzen. Mit der Ausstellung „Heiliges Russland“ geht die international bekannte Kultureinrichtung jetzt neue Wege.

Sie zeigt erstmals Gemälde, die aus der russischen Akademie der Malerei, Bildhauerei und Architektur in Moskau stammen. Sie thematisieren Orte und Ereignisse, die auch in der Ikonenmalerei in zahlreichen Darstellungen zu finden sind. Diese Werke treten nun in Korrespondenz zu den Ikonen und interpretieren historische Ereignisse, die mit dem Eingreifen himmlischer Mächte verknüpft sind.

Russische Landschaften, Szenen der Weite und der Natur wechseln sich in der Ausstellung ab mit Orten und Themen, die das jahrhundertelange Wirken unzähliger Heiliger erzählen. Die Werke haben der Gründer der Akademie, Dr. Ilja Glazunov, der zu den bekanntesten russischen Künstlern der jüngeren Vergangenheit gehört, und junge Studierende der Akademie erschaffen. Nach russisch-orthodoxer Anschauung gilt Russland selbst als heilig. Die im Stil des historischen Realismus gemalten Exponate besitzen inhaltlich Anknüpfungspunkte zu russischen Ikonen und ihren Darstellungen von russischen Heiligen, Kirchen, Klöstern und Wundern.

Corona-Schutzverordnung verbietet Einreise

Professor Dr. Ivan Glazunov leitet heute die Akademie und konnte zur Vernissage in der Propsteikirche St. Peter nicht anreisen, weil die Corona-Schutzverordnung diesem Wunsch einen Riegel vorschob. „Wir möchten eine Brücke schlagen zwischen den deutsch-russischen Beziehungen und freuen uns, mit diesem Projekt die Menschen zum kulturellen Austausch anzuregen. Ich bin vom Museum und der Stadt begeistert“, so Alexej Dronov, Generalkonsul der Russischen Föderation in Bonn.

Michael Heine (l.) und Vadim Baev erfüllen die Propsteikirche St. Peter mit den Klängen russischer Lieder. © Ulrich Nickel © Ulrich Nickel

Michael Heine (Gesang) und Vadim Baev (Akkordeon) trugen zur Vernissage in St. Peter russische Lieder vor. Russland ist geprägt von der immensen Ausdehnung einsamer Naturlandschaften, von mächtigen Flüssen, hohen Gebirgszügen und tiefen Wäldern. Zahlreiche Asketen zogen sich in diese einsamen Landschaften zurück, in Kirchen und Klöster, die den Ausgangspunkt der Besiedlung und Christianisierung großer Gebiete bildeten und zu Verehrungsorten wurden. Das jahrhundertelange Wirken dieser Heiliger inspirierte die russischen Künstler zu einprägsamen und meisterhaften Darstellungen in Ikonen und Bildern.

Info: Die Ausstellung im Ikonenmuseum, Kirchplatz 2a, ist noch bis zum 16. Januar zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr.

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.