Weihnachtsmarkt 2022 Recklinghausen Kindern ihre Herzenswünsche erfüllen

Redakteurin
Zwei ehrenamtliche Helfer stehen mit Wunschzetteln in der „Hütte der guten Taten“ auf dem Weihnachtsmarkt Recklinghausen
Sie gehören zu einer der ersten Organisationen, die in der „Hütte der guten Taten“ Wunschzettel verteilen: Sara Töpper und Ingo Böer von der Raphael-Schule in Recklinghausen. © Janine Jähnichen
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Genauso wie Glühwein und Lebkuchenherzen zum Weihnachtsmarkt gehören, ist in Recklinghausen die „Hütte der guten Taten“ feste Tradition in der Vorweihnachtszeit. Auch in diesem Jahr steht die Hütte des Stadtkomitees der Katholiken wieder auf dem Kirchplatz, in direkter Nachbarschaft zur Propsteikirche St. Peter.

Besucherinnen und Besucher des Weihnachtsmarktes können hier täglich bis zum 22. Dezember Wunschzettel kaufen und Kindern einen Herzenswunsch erfüllen. Dabei können sie wählen, ob sie Kinder aus Recklinghausen, aus der Umgebung oder aus Eine-Welt-Ländern mit einem Weihnachtsgeschenk überraschen.

Wunschzettel zwischen fünf und 20 Euro

Die Wunschzettel werden im Wert von fünf, zehn oder 20 Euro verkauft. Diese Stückelung soll zum einen bewirken, dass mehr Wünsche erfüllt werden können, zum anderen aber auch die Spendenbereitschaft erhöhen. Gerade in einer Zeit, in der jeder auch privat aufs Geld achte, sei die Bereitschaft vielleicht höher, wenn man bereits für fünf Euro Gutes tun kann, statt für 50 Euro, sagt Kreisdekanatsgeschäftsführer Marc Gutzeit.

Auf den Wunschzetteln ist für jeden etwas dabei. Rennautos oder Fußbälle sind gefragt. Ein achtjähriger Junge der Raphael-Schule würde sich über ein Bauernhof-Buch freuen, das Tiergeräusche abspielt.

Sara Töpper und Ingo Böer stehen für die Recklinghäuser Förderschule für geistige Entwicklung in der „Hütte der guten Taten“. Sie verkaufen Wunschzettel von Schülerinnen und Schülern, die aus sozial schwächeren Familien stammen. Bereits wenige Minuten nach der Eröffnung sind die ersten fünf Wunschzettel verkauft. Die beiden Förderschul-Lehrer stimmt das glücklich.

Georg Möllers, Hans Spiza und Marc Gutzeit stehen auf dem Kirchplatz Recklinghausen neben der
Georg Möllers (v.l.n.r.), Vorsitzender des Stadtkomitees der Katholiken, und Hans Spiza sowie Marc Gutzeit vom Kreisdekanat betreiben bereits seit 2007 die „Hütte der guten Taten“. © Janine Jähnichen

Vielfältige Spendenaktionen

Jeden Tag stehen Ehrenamtliche einer anderen Recklinghäuser Organisation in der Hütte. „Wir wollen eine Möglichkeit schaffen, Gutes zu tun, und den Gruppen, die hier engagiert sind, die Möglichkeit bieten, sich einzubringen“, sagt Georg Möllers, Vorsitzender im Stadtkomitee der Katholiken. So vielfältig wie die einzelnen Gruppen seien auch die Aktionen, hinter denen diese stehen.

Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst erfüllt Kindern und Jugendlichen ihre mitunter letzten Weihnachtswünsche. Andere Organisationen haben Wunschzettel von Kindern mitgebracht, die Teil des „RiVer-Projekts“ sind. „RiVer“ ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche mit psychisch belasteten oder suchtkranken Eltern.

Die „Hütte der guten Taten“ hat bis zum 22. Dezember täglich geöffnet. Sonntags bis donnerstags werden von 16 bis 20 Uhr Wunschzettel verkauft. Freitags und samstags sogar bis 21 Uhr. Der Online-Erwerb von Gutscheinen ist in diesem Jahr nicht möglich. Nach zwei Corona-Jahren wolle man sich wieder voll und ganz auf den Weihnachtsmarkt konzentrieren, erklärt Marc Gutzeit. Auf der Webseite kann aber nach wie vor eine Übersicht abgerufen werden, wann welches Team die Hütte betreibt.