Gastronomie lockert

Köchin frohlockt: Das Ende der Styropor-Behälter

Sieben Monate lang schüttete Dorothee Wessels ihre Suppen und Soßen in Styroporbehälter. Damit ist es nun vorbei. „Zum Glück“, sagt die Köchin des Hauses Breuing. Den Lockerungen sei Dank.
Dorothee Wessels vom Haus Breuing darf endlich wieder für Gäste vor Ort kochen. © Jörg Gutzeit

Er ist wieder da, der Gast, das lang vermisste Wesen. Erst saß er (oder sie) nur im Außenbereich. Dann öffnete auch der im Lockdown renovierte Innenraum des Restaurants an der Marler Straße. Ab Freitag dürfen sich Gäste dort wieder ohne Negativtest oder Impfbescheinigung bedienen lassen. Willkommen zurück in der Normalität. Geschäftsführer Petar Sesjak und Dorothee Wessels haben diesen Augenblick seit Monaten herbeigesehnt.

Die Köchin steht an diesem Vormittag an ihrem Arbeitsplatz, in der Küche des Hauses. Auf dem Gasherd köchelt eine Soße. Daneben steht ein großer Topf mit Rinderkraftbrühe. Dorothee Wessels schüttet Sahne in die Küchenmaschine. Vorbereitungen fürs Dessert. Dann greift sie ein Bund Spargelstangen. Das wandert in den Kühlschrank. Der Spargel kommt erst dann ins Wasserbad, wenn ihn ein Gast bestellt. Sechs Leute haben für die Mittagszeit reserviert. Das Geschäft läuft langsam wieder an.

Rinderfilet geht auch zum Mitnehmen

Seit 31 Jahren steht Dorothee Wessels am Herd des Haus Breuing. Ihren jetzigen Chef hat sie im Lokal der Eltern aufwachsen sehen. Der jetzt zurückkehrende Kontakt zu den Gästen sei ihnen wichtig, beteuern beide. Während der Auszubildende Kartoffeln schält, lassen die Köchin und der Geschäftsführer die vergangenen Monate Revue passieren. „Wir hätten nie gedacht, dass man ein Rinderfilet auch zum Mitnehmen gut verkaufen kann“, sagt Petar Sesjak. Genau das ist aber einer der vielen Erfahrungswerte aus dem Lockdown, als es vor allem darum ging, zu zeigen, dass man noch da ist. Auch der Burger nach Art des Hauses sei oft bestellt worden, ebenso das Kalbsgeschnetzelte. Gehobene gut bürgerliche Küche. „Und die“, sagt Sesjak, „schmeckt noch besser, wenn sie ein Profi ordentlich auf einem Teller anrichtet.“ Ein Profi wie Dorothee Wesels. Sie sagt, sie schätze das direkte Feedback der Gäste vor Ort.

Erwartet Einschränkungen im Herbst: Petar Sesjak. © Jörg Gutzeit © Jörg Gutzeit

Petar Sesjak und sein Vater Frano haben die Corona-Zwangspause dafür genutzt, um zu renovieren und Raumlüfter anzuschaffen. Trennwände seien bestellt, damit die Tische näher zusammen stehen dürfen. Aber auch diese Regelung kann bald schon überholt sein. Das ständige Hin und Her der Vorgaben hat viele Gastronomen ermüdet. Petar Sesjak hofft auf einen guten, umsatzstarken Sommer. „Für den Herbst und Winter rechne ich wieder mit Einschränkungen“, sagt der Wirt. „Aber hoffentlich gibt es keinen kompletten Lockdown.“

Klar ist: Mit den neuen Lockerungen wird die Speisekarte des Haus Breuing wieder länger. Dorothee Wessels darf wieder einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Fisch garen. Seezunge, Lachs oder Dorade landen regelmäßig in Ofen und Pfanne, sei es als Filet oder ganzer Fisch. So soll es möglichst uneingeschränkt weitergehen. An der Marler Straße und anderswo.

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