Coronavirus

Noch herrscht in den Testzentren keine Langeweile

Die Testpflicht nimmt ab, die Freiheit kehrt zurück. Trotzdem lohnt sich der Betrieb der 53 Zentren offenbar noch. Nur das DRK schließt seinen „Drive-In“ auf dem Saatbruch Ende des Monats.
Ein Abstrich bringt Gewissheit: Momentan haben die 53 Testzentren in Recklinghausen noch geöffnet. © dpa

Keine Testpflicht mehr für den Einkauf, den Restaurant- oder Schwimmbad-Besuch: Drehen die Fachkräfte in den Testzentren Recklinghausens nun Däumchen? Eine Umfrage zeigt: Nein, noch ist genug zu tun, auch wenn der Andrang deutlich nachgelassen hat. Es gibt keine Überlegungen der Betreiber, Testzentren zu schließen. „Wir haben noch keine Signale erhalten“, erklärt Svenja Küchmeister, Sprecherin der Kreisverwaltung.

Momentan herrscht in den Teststellen keine Langeweile. Auch im Modehaus Sinn wird noch fleißig getestet: täglich die Mitarbeiter, aber auch Bürger. „Viele unserer Kunden lassen sich testen, obwohl es jetzt nicht mehr nötig ist. Sie wollen auf Nummer sicher gehen“, berichtet Geschäftsführerin Iris Lenters. 40 bis 50 sind das am Tag, als es die Testpflicht noch gab, waren es bis zu 200.

50 bis 60 Tests zählt auch das Team des Knappschaftskrankenhauses täglich. „Seitdem am 1. Juni wieder Besuch zugelassen ist, sind es vor allem Angehörige und Begleitpersonen, die das Angebot nutzen“, erzählt Sprecher Florian Bury. Denn der Nachweis sei immer noch Voraussetzung, um ins Haus zu gelangen.

Wer auch PCR-Tests anbietet, ist klar im Vorteil

Der Betrieb am Altstadtmarkt in der Teststelle an der Kunibertistraße 1 geht ebenfalls seinen gewohnten Gang. „Wir sind noch ordentlich beschäftigt“, erklärt eine Mitarbeiterin, „aber natürlich ist es weniger geworden.“ Ob Familienfeier oder Freiluft-Konzert: Anlässe für einen Test gebe es noch genug. Der Vorteil an dieser Stelle: „Hier können die Leute auch einen PCR-Test machen, der für Urlaubsreisen wichtig ist“, sagt sie. Und Mirco Simnovec, einer der Betreiber, betont: „Wir haben nicht darüber nachgedacht zu schließen oder die Öffnungszeiten zu reduzieren, auch wenn einige Zeiten jetzt nicht mehr so gut belegt sind.“

Dass es „definitiv weniger“ Tests geworden sind, bestätigt Denny Petermann aus dem Testzentrum des ambulanten Pflegedienstes „Lebensglück“. „Sonst waren wir von 8 bis 15 Uhr ausgebucht und haben im Abstand von zehn Minuten getestet.“ Jetzt sind es nur noch etwa 15 Recklinghäuser, die vorbeischauen, ebenso die Grundschulkinder von der Ebbinghäuser Straße.

Im Gegensatz dazu lohnt sich der Einsatz am Durchfahrtszentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) neben der Vestlandhalle nicht mehr. Testeten die fünf Fachleute dort sonst sechs Stunden lang im Minutentakt, also 360 Personen, trudeln mittlerweile nur noch rund 100 ein. „Darum muss man irgendwann mal einen Punkt machen“, sagt DRK-Mitarbeiter Jörg van der Groef. Die Verantwortlichen schließen daher das „Drive-In“ zum 30. Juni. Das an der Kölner Straße bleibt allerdings weiterhin geöffnet.

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