Erstmals ein Führungsduo

Parteitag auf dem Sportplatz: Recklinghäuser SPD wählt Doppelspitze

Der weibliche Part Anna Teresa Kavena war ohne Konkurrenz. Bei den Männern gab es eine Kampfabstimmung.
Die neue Doppelsitze der Recklinghäuser SPD: Anna Teresa Kavena und Svend Mosdzien. © SPD

Vier Stunden hat der Parteitag der SPD am Samstag auf dem Sportplatz an der Langen Wanne gedauert. 50 auf der Tribüne verteilte Delegierte wählten eine neue Spitze für die nächsten zwei Jahre. Erstmals mussten die Gesandten jedoch über eine Satzungsänderung entscheiden. Die war nötig, um den Weg frei zu machen für die neue Doppelspitze.

Die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit kam zustande. Bei den anschließenden Wahlen fuhr die bisherige kommissarische Vorsitzende Anna Teresa Kavena 34 Stimmen ein. Dass ihr nicht alle Genossen das Vertrauen aussprachen, führte Kavena darauf zurück, dass das Konzept einer nach Geschlechtern aufgeteilten Doppelspitze im Stadtverband nicht nur Freunde hatte.

Bei den Herren kam es zu einer Kampfabstimmung zwischen Andreas Budzik und Sven Mosdzien. Mosdzien setzte sich mit 26 zu 19 Stimmen gegen seinen Kontrahenten durch. Auf sich aufmerksam machte der Mittvierziger im Sommer 2019, als er gegen den damaligen Vorsitzenden Andreas Becker Bürgermeisterkandidat seiner Partei werden wollte. Damals unterlag Mosdzien Becker nur knapp. Die Wahl am Samstag konnte der Teamleiter der Agentur für Arbeit gewinnen.

Digitaler Parteitag im Vorfeld

Am 28. April hatten sich alle Kandidaten bereits auf einem digitalen Parteitag vorgestellt. Nun folgten die Beschlüsse unter Coronabedingungen auf der Tribüne. Als Stellvertretende Vorsitzende wählten die Delegierten Ayse Batirlik, Sabine Meierhans, Kai-Uwe Dörnhoff und Andreas Kreyenschulte.

„Wir sind gut und breit aufgestellt“, sagte die neue Parteichefin Anna Teresa Kavena, die hauptberuflich bei der Kreisverwaltung arbeitet. Der neue Vorstand bedeute einen Generationenwechsel und vereine Sachkenntnis auf verschiedenen Gebieten. Jetzt gehe es darum, der Partei ein schärferes Profil zu verpassen. „Wenn man rausgeht und die Leute fragt, sollen sie wissen, wofür die SPD in Recklinghausen steht“, so Kavena. Vor allem solle die SPD wieder als Arbeitnehmerpartei in die Köpfe der Wähler zurückkehren. In Recklinghausen werde sich die SPD mit ihrer neuen Führung auch für die Stärkung sozialer Berufe einsetzen und dafür, dass sich das soziale Nord-Süd-Gefälle im Stadtgebiet glättet. Der erste Giftpfeil in Richtung CDU wurde auch abgeschossen. Anna Kavena: „Was ist seit 1999 eigentlich für Süd gemacht worden?“

Vorsitz war seit dem Herbst verwaist

Als nächstes werde sich der knapp 1000 Mitglieder zählende Stadtverband in den Bundestagswahlkampf werfen. Wie dieser unter anhaltenden Corona-Bedingungen jedoch aussehen wird, sei jetzt noch nicht absehbar.

Der Vorsitz der Recklinghäuser SPD war seit dem Herbst 2020 verwaist, nachdem Andreas Becker nach der krachenden Niederlage bei der Kommunalwahl zurückgetreten war.

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