Coronavirus

Positiver Test: Welche Haushaltsmitglieder müssen in Quarantäne?

Ungeimpfte Haushaltsmitglieder von Corona-Infizierten müssen in Quarantäne, geimpfte nicht – wenn sie keine Symptome haben. Auch eine Registrierung beim Kreis Recklinghausen ist notwendig.
Haushaltsmitglieder von positiv Getesteten müssen sich beim Gesundheitsamt registrieren. Auch wenn sie gegen das Coronavirus geimpft sind. © picture alliance/dpa

Müssen Familienmitglieder von Corona-Infizierten sich ebenfalls in Quarantäne begeben? Die Antwort darauf scheint nicht flächendeckend bekannt zu sein. Die Mutter eines positiv getesteten Neunjährigen aus Recklinghausen wandte sich ans Gesundheitsamt und erhielt laut eigener Aussage widersprüchliche Auskünfte. Kreis-Sprecherin Lena Heimers erklärt, was Familienmitglieder beachten müssen.

Bekanntlich sind nach dem Infektionsschutzgesetz positiv Getestete dazu verpflichtet, sich umgehend zu Hause zu isolieren. „Auch dort sollten Sie möglichst Kontakte vermeiden, wenn Sie mit anderen Menschen zusammen wohnen“, heißt es auf der Homepage des Kreises. Auf Nachfrage sagt Heimers, dass ungeimpfte Haushaltsmitglieder ebenfalls in Quarantäne müssen. „Allerdings müssen sich auch geimpfte Mitglieder in Quarantäne begeben, wenn sie Symptome haben, die auf eine Infizierung mit dem Coronavirus hinweisen“, so die Sprecherin.

Neunjähriger soll nach Positiv-Test in Quarantäne

Von der Grundschule ihres Sohnes, sagt RZ-Leserin Anja Sydow, habe sie nach dem positiven Laborbefund die Auskunft bekommen, dass das Gesundheitsamt sich melden werde. „Weil ich schnell Klarheit brauchte – mein anderer, geimpfter Sohn (17), musste am nächsten Tag zu einem ambulanten Termin ins Krankenhaus – habe ich selbst dort angerufen“, erzählt die Mutter. Vom Gesundheitsamt habe sie dann die Information bekommen, dass in ihrem Haushalt lediglich ihr neunjähriger Sohn und ihre achtjährige Tochter als Ungeimpfte in Quarantäne müssten.

„Außerdem müsse ich uns alle auf der Seite des Kreises Recklinghausen registrieren“, habe man ihr gesagt. Auch das ist zutreffend. „Laut Quarantäneverordnung sind Personen, die mit einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person zusammenwohnen, verpflichtet, sich beim Gesundheitsamt zu melden“, so Heimers.

Ganze Familie bleibt vorerst zu Hause

Um in Erfahrung zu bringen, welcher Corona-Test für den Aufenthalt im Krankenhauses erforderlich ist, habe Sydow nur wenig später erneut beim Gesundheitsamt angerufen. Bei diesem Gespräch sei ihr mitgeteilt worden, dass die Quarantäne-Anordnung bis auf Widerruf für den kompletten Haushalt gelte. „Das hat mich dann sehr irritiert, da mir ja eine Stunde vorher mitgeteilt worden war, dass wir nicht in Quarantäne sind“, so die Mutter.

Bereits am nächsten Tag habe sich das Gesundheitsamt bei ihr gemeldet: „Der Herr war sehr irritiert darüber, dass wir jetzt in Quarantäne wären, weil wir doch als Geimpfte gar nicht in Quarantäne müssten. Ich war wirklich fassungslos.“ Der Vorgang lasse sich nicht nachvollziehen, sagt Heimers. Dass die Mutter das Ergebnis des positiven Einzeltests ihres Sohnes vom prüfenden Labor und nicht zuerst vom Gesundheitsamt bekommen habe, sei nicht ungewöhnlich: „Die Labore übermitteln die Befunde unter Umständen später an das Gesundheitsamt. Es hätte sich aber auf jeden Fall jemand nach dem positiven Befund bei der Mutter gemeldet.“

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