Corona-Lockerungen

Präsenzunterricht startet: Mehraufwand an Schulen wird zur Routine

Zum ersten Mal in diesem Jahr dürfen alle Schülerinnen und Schüler wieder gemeinsam die Schule besuchen. Die Schulleiter hoffen, dass das bis zu den Sommerferien so bleibt.
Zweimal die Woche müssen sich Schüler und Lehrer nun einem Schnelltest unterziehen. © picture alliance/dpa

Das sommerliche Wetter ist nicht die einzige Veränderung, auf die sich die Schüler, Lehrer und Eltern in dieser Woche einstellen mussten. Es gibt noch eine weitere: Seit dieser Woche dürfen die Schülerinnen und Schüler aller Schulformen wieder gemeinsam die Schule aufsuchen. Das Land NRW gewährleistet die Rückkehr in den Präsenzunterricht bei einer stabilen Inzidenz unter 100, wie im Kreis gegeben. Die Erleichterung ist auf allen Seiten spürbar.

„Wir waren überrascht, wie voll es plötzlich wieder auf dem Schulhof war“, sagt Simon Schröder, stellvertretender Schulleiter des Hittorf-Gymnasiums. „Das gab es seit Monaten nicht mehr. Die Schüler waren froh, ihre zweite Klassenhälfte wiederzusehen.“ Den Eindruck hatte auch Renate Pass, Rektorin der Grundschule Hohenzollern: „Die Grundschüler waren freudig und gelassen, mit viel positiver Erwartung. Das kann ich guten Gewissens sagen, weil ich am Montag selbst zwei Klassen vertretungsweise unterrichtet habe.“

Schüler dürfen schriftlichen Nachweis erfragen

Neu ist auch, dass die Schulen den getesteten Schülern auf Nachfrage einen schriftlichen Testnachweis aushändigen müssen. „Das kam für uns wieder ganz überraschend“, sagt Simon Schröder vom Hittorf. „Mitte letzter Woche hat uns eine Mutter darauf angesprochen. Am Freitag kam die offizielle Mitteilung. Seit Montag drucken wir die Nachweise aus.“ Der befürchtete Ansturm blieb zum Wochenbeginn aus. Renate Pass: „Bei uns an der Grundschule gab es nur eine Nachfrage.“ Simon Schröder: „Am Hittorf waren es eine Handvoll Leute, die einen Nachweis für ihren Sportverein haben wollten. Das kann ich verstehen. Wenn sich aber alle melden würden, müssten wir 2000 Formulare pro Woche extra drucken.“

Ausdrucken bedeutet weiterer Mehraufwand

Lars Trzecinski, Schulleiter der Otto-Burrmeister-Realschule: „Wenn ich aus den Medien höre, wie viel Schindluder in den Testzentren getrieben wird, kann ich das, auch rein rechnerisch, nachvollziehen. Schließlich muss sich kein Schüler zweimal am Tag testen lassen. Trotzdem wird das ein deutlicher Mehraufwand für uns werden.“ Die Nachweise müssten immer vom Fachlehrer, der die Durchführung beaufsichtigt, unterschrieben werden. Und schon das Testen an sich koste wertvolle Unterrichtszeit. An den Grundschulen mit den Lolli-Tests deutlich weniger, als an den weiterführenden Schulen mit den Stäbchen-Tests.

Flüssigkeit umfüllen, Schüler in Kleingruppen einteilen, testen, 15 Minuten warten, zweite Gruppe holen, testen, wieder warten. „Die erste Unterrichtsstunde geht flöten“, sagt Lars Trzecinski. Nachgeholt würde der versäumte Unterricht nicht, sonst würden wieder Überstunden anfallen. Der Stundenplan allerdings werde etwas flexibler gestaltet, damit nicht immer die gleiche Stunde ausfällt.

Arbeit der Lehrer werde nicht gewürdigt

Der Schulleiter bedauert, dass die schon länger andauernde deutlich aufwendigere Arbeit der Lehrer nicht entsprechend gewürdigt werde. „Nicht nur bei den Schülern, auch bei den Lehrern ist der Druck durch die zusätzlichen Maßnahmen stärker geworden. Und die eigentliche Arbeit fällt ja nicht weg. Klassenarbeiten müssen geschrieben werden, die Abschlussfeier steht bevor und auch der Kennlerntag für die neuen Schüler nach den Ferien.“

Die Schulleiter hoffen, dass aktuelle Situation bestehen bleibt und so etwas wie Routine einkehrt. Simon Schröder, Hittorf: „Es ist gut, dass die Schüler jetzt wieder alle gleichzeitig mit gleichen Inhalten unterrichtet werden. Ich bin optimistisch, dass das bis zu den Sommerferien in fünf Wochen so bleibt.“ Die erste Schulwoche jedenfalls ist schon mal gut gestartet. An keiner der angefragten Schulen gab es einen Corona-Verdachtsfall.

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