Kino

Recklinghäuser Cineworld bereitet sich auf Neustart am 1. Juli vor

Der Termin steht: Am 1. Juli nimmt das Cineworld wieder den Betrieb auf. Die Leitung schwankt zwischen Hoffen und Bangen.
Der Kino-Komplex „Cineworld“ in Recklinghausen an der Kemnastraße. © Meike Holz

Ein Dreivierteljahr war die Cineworld ein verlassener Ort. „Wir kamen eigentlich nur einmal in der Woche vorbei, um nach der Post zu sehen“, sagt Stefanie Stratmann aus der Geschäftsleitung des Kinos an der Kemnastraße. Langsam erwacht der Betrieb zu neuem Leben. Denn mittlerweile steht fest: Ab dem 1. Juli sollen wieder Filme in den Sälen zu sehen sein. Anders als im Vorjahr gebe es in diesem Sommer auch endlich wieder neue Filme. So gibt es ein Wiedersehen mit zwei unheimlichen Veteranen der Kinogeschichte: In „Godzilla vs. Kong“ treffen zwei legendäre Monster aufeinander. Mit Otto Waalkes als „Catweazle“ gebe es auch einen Streifen für die ganze Familie.

Derzeit werde neue Ware eingekauft. „Wir fangen im Grunde bei null an“, sagt Kino-Leiter Kai-Uwe Theveßen. Die Bestände an Mais, Öl und Getränkesirup seien abgelaufen gewesen und mussten entsorgt werden. Aber die Erfahrung aus dem Vorjahr hat den Cineasten vorsichtig gemacht: „Wir machen das Lager nicht ganz voll.“

Novemberhilfe kommt im Juni

Überhaupt sei unklar, wie viele Leute es ab Juli in die Kinos zieht. Das hänge auch von den dann geltenden Bestimmungen ab. Müssen sich die Besucher noch immer negativ testen lassen oder nicht? Dies entscheide sich mit der neuen Corona-NRW-Verordnung, die für den 20. Juni angekündigt ist.

Mit einer guten Nachricht hatte Theveßen schon gar nicht mehr gerechnet. Am Donnerstag sei tatsächlich die Novemberhilfe eingetroffen – mit einem halben Jahr Verzug.

Neben den stillgelegten Getränketerminals muss auch das Personal reaktiviert werden. Dabei geht es vor allem um die spannende Frage: Wer steht überhaupt noch zur Verfügung. Theveßen: „Es gibt Studenten, die ihr Studium abgeschlossen oder einen neuen Job gefunden haben.“

Das Recklinghäuser Cineworld-Kino gehört zu einer kleinen Gruppe von drei Standorten im Besitz der Familie Riech. Die weiteren Niederlassungen befinden sich in Düsseldorf und Dresden. Vor Corona besuchten jedes Jahr zwischen 320.000 und 350.000 Kunden das Kino an der Kemnastraße. Im Vorjahr war es „vielleicht ein Drittel“, schätzt Kino-Chef Theveßen. Ein Prognose für das laufende Jahr möchte er noch nicht abgeben. „Vielleicht gibt es ja einige Leute, die in diesem Sommer noch nicht in den Urlaub fahren können, die dann ins Kino gehen“, meint der Cineast. Die vielen positiven Reaktionen auf der Facebook-Seite des Cineworld machten ihm Mut. Für den Neuanfang komme das bewährte Hygienekonzept zum Tragen. Die Lüftungsanlage sei mit Filtern ausgestattet. Theveßen: „Die Luft wird unter den Sitzen nach oben in den Saal geblasen.“ Das trage die Aerosole fort.

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