Rückkehr einer Institution Kai Dörnhoff organisiert das Hochlarer Krippenspiel 2022

Redakteur
Kai Dörnhoff steht auf der Großen Geldstraße in Recklinghausen und hält ein Plakat des Hochlarer Krippenspiels in Händen.
Kai Dörnhoff hat alle Hände voll zu tun. Er organisiert das erste Hochlarer Krippenspiel seit 2019. © Alexander Spieß
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Drei Jahre Corona-Pandemie haben Spuren hinterlassen. Das hat Kai Dörnhoff in den vergangenen Wochen gemerkt. Der Schatzmeister des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Hochlar (VVH) hat eine Mission: Er bringt am dritten Adventssonntag (11.12.) eine 30 Jahre alte Institution seines Vereins zurück auf die Bühne der Remise: das Lebende Krippenspiel. Und das ist gar nicht so einfach.

Manches, das früher selbstverständlich war, ist plötzlich weggebrochen. Zum Beispiel die Helfer des Hobby- und Freizeitclubs Hochlar. „Da kommt aus Altersgründen kaum noch jemand“, sagt Kai Dörnhoff. In der Pandemie sind alle Menschen drei Jahre älter geworden. Das ist schlicht ein Fakt.

Und so muss auch Dörnhoff Logistik- und Lieferketten flicken oder gar ganz neu aufbauen, damit am Sonntag wieder Tausende leuchtende Kinderaugen die Geschichte von Jesu Geburt im historischen Hochlarer Dorfkern verfolgen können.

Der Aufwand hinter den Kulissen ist enorm. Der VVH verkauft zu den drei geplanten Vorstellungen um 15.30, 17 und 18.30 Uhr Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst.

Szene des Lebenden Krippenspiels in Hochlar aus dem Jahr 2016 mit Maria, Josef, Hirten und viel Heu.
Idyll aus Heu und Heimeligkeit: Vor Corona verfolgten Tausende Besucher die Aufführungen des Lebenden Krippenspiels in Recklinghausen-Hochlar. © Thomas Nowaczyk (Archiv)

Doch der eigentliche Kraftakt findet vorher statt. Vier Tage dauert der Aufbau des Krippenidylls. Die Zeit drängt, sagt Organisator Dörnhoff: „Bis Samstagmittag muss alles fertig sein. Dann ist Generalprobe.“

Damit auch die kleinen Besucher einen guten Blick aufs Geschehen haben, wird ein gewaltiges, mindestens 50 cm hohes Podest errichtet, auf dem Jesus, Maria und alle anderen Mimen die biblische Weihnachtsgeschichte aufführen.

Das Heu spendet in diesem Jahr Bauer Jörgens aus Stuckenbusch. 20 bis 30 Ballen wollen vom Hof abgeholt, an der Remise verteilt und später wieder zurückgebracht werden. Bei der Beschaffung der Bühnentechnik ist das Ruhrfestspielhaus behilflich. Auf Leihbasis kommen auch die tierischen Statisten nach Hochlar. Der Schulbauernhof stellt Esel und Schafe zur Verfügung. Leiter Berthold Kalverkamp bringt die flauschigen Statisten direkt nach der letzten Vorstellung wieder nach Hause.

Der Eintritt ist frei

Selbstständig wird die Bläsergruppe der Maristen anreisen. Und das gilt auch für das 15-köpfige Ensemble, das die Geburtsstunde des Messias letztlich auf die Bühne bringt. Dabei steht auch ein Abschied bevor: Lothar Winkelmann wird als Josef aller Wahrscheinlichkeit nach zum letzten Mal die Vaterfreuden des Josef mimen. Der langjährige Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins tritt ab.

Maria wird sich bald an einen neuen Gemahl gewöhnen müssen. Die Mutter Gottes gibt Martina Uekermann. Sie ist fast von Beginn an dabei, hat als kleines Mädchen zunächst einen Engel gespielt, bis sie in andere Rollen hineinwuchs.

Auzf etwas können sich die Besucher des Krippenspiels verlassen, betont Kai Dörnhoff: „Der Eintritt ist wie jedes Jahr frei, der Verein verkauft Bratwurst und Glühwein zu zivilen Preisen.