Denkmalschutz

Sanierung der „Grünen Kapelle“ nimmt Fahrt auf

Langsam kommt Bewegung in die Sanierung der „Grünen Kapelle“ auf dem alten evangelischen Friedhof. Sobald die Ergebnisse der Gutachter vorliegen, will die Stadt loslegen.
Von außen ein schmuckes kleines Gebäude, aber an der Grünen Kapelle aus dem Jahre 1914 nagt der Zahn der Zeit. © Jörg Gutzeit

Erste kleine Sicherungsmaßnahmen an Dach und Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes haben schon stattgefunden. Eindringende Feuchtigkeit ist nur eines der Probleme in dem kleinen Gotteshaus, an dem der Zahn der Zeit ordentlich nagt. Das Wasser hat bereits zum Einsturz einer Zwischendecke im Anbau geführt. An den Wänden bröselt der Putz.

Von außen ein schmuckes kleines Gebäude, aber an der Grünen Kapelle aus dem Jahre 1914 nagt der Zahn der Zeit. © Jörg Gutzeit © Jörg Gutzeit

Wie berichtet, hat die Stadt wieder die Regie in der „Grünen Kapelle“ übernommen. Der 2008 gegründete gleichnamige Förderverein war mit seinen Bemühungen, das marode Kirchlein aus dem Jahre 1914 zu erhalten und durch Veranstaltungen zu beleben, gescheitert. Die Sanierungskosten für historische Fenster etc. seien immens, selbst die Bauunterhaltung kaum zu stemmen. Zuletzt hatte die Corona-Pandemie die Ehrenamtler zusätzlich ausgebremst. Die UBP-Fraktion warf Stadt und Verein vor, ein Baudenkmal verfallen zu lassen.

Kampf gegen die Feuchtigkeit

Inzwischen hat die Stadt das Gebäude in den Maßnahmenkatalog Gebäudewirtschaft aufgenommen. Die eingeschaltete Denkmalbehörde sieht zwar „deutlichen Handlungsbedarf“, die Grüne Kapelle sei jedoch nicht in einem verfallenen Zustand.

„Aktuell laufen Feuchtigkeits-Langzeitmessungen im Innern“, erklärt Ralf Krietemeyer. Je nach bauphysikalischer Beurteilung des beauftragten Ingenieurbüros gebe es verschiedene Lösungsmöglichkeiten, von Sanierungsputz bis zu Luftdurchströmungen, erläutert der Fachbereichsleiter Gebäudewirtschaft.

Keine historische Wandmalerei gefunden

Sicher ist inzwischen schon, dass sich kein denkmalgeschütztes Gemälde unter dem jetzigen Putzanstrich verbirgt. Ein Fachplanungsbüro für Denkmalschutz hat bereits die Wände nach einer möglichen historischen Bemalung untersucht. „Allerdings war die Kapelle laut Gutachter früher sehr farbig gestaltet“, so Krietemeyer. Ob dieser Originalzustand bei der Sanierung rekonstruiert werde, müssten die Fachleute der Unteren Denkmalbehörde und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) entscheiden.

Zum ThemaAus dem Jahre 1914

Der evangelische Friedhof wurde 1903 eingeweiht, ab 1914 erfolgten Erweiterungen und der Bau der Kapelle. Früher fanden in dem kleinen Kirchlein Andachten vor Beerdigungen statt. Die evangelische Kirchengemeinde übertrug der Stadt 1964 die Nutzung des Friedhofs. Seit 2006 ist das gesamte Friedhofsareal denkmalgeschützt.

Auch die Frage, ob ebenfalls Teile des Anbaus dem Denkmalschutz unterstehen und nicht wie geplant abgerissen werden können, werde momentan geklärt. Die Sanierungsarbeiten der schon vor Jahren zerstörten Fenster will die Stadt in Abstimmung mit den Denkmalschutz-Fachleuten durchführen.

„Wir warten auf grünes Licht und werden dann umgehend mit der Sanierung der Kapelle starten“, betont Ralf Krietemeyer. Der finanzielle Aufwand sei zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch unklar, aber durchaus zu stemmen.

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