Geschäfts-Eröffnung

Sarah Landis bringt französisches Flair in Recklinghausens Innenstadt

Die Lage an der Breiten Straße mit ihren Leerständen konnte Sarah Landis nicht schrecken: Sie eröffnete einen kleinen Laden und verkauft „schöne Dinge“ aus ihrem Lieblingsland Frankreich.
Endlich angekommen: Sarah Landis eröffnete an der Breiten Straße 13 (Ecke Löhrhofstraße) ein kleines Geschäft mit hochwertigen Produkten aus ihrem Lieblingsland Frankreich. © Meike Holz

30 Quadratmeter Frankreich. Die Reise beginnt an der Breiten Straße 13 (Ecke Löhrhofstraße). Dort verkauft Sarah Landis in ihrem kleinen Laden „Schönes und Leckeres“ aus ihrem Lieblingsland. Aber das ist es nicht allein. „Ich möchte ein Lebensgefühl vermitteln“, betont die Jungunternehmerin, die eigentlich Historikerin ist und eine „halbe“ Französin noch dazu.

Ware stammt aus kleinen Manufakturen

Es duftet nach Lavendel und Seife. Zufrieden schaut sich Sarah Landis in ihrem Reich um. Liebevoll hat sie all die Dinge, die ihr am Herzen liegen, drapiert. Da sind die Pflegeprodukte und die Schreibwaren, dort stehen Feinkost und Schalen aus Olivenholz, hier lagert der Wein mit einer handgeschriebenen Lebensweisheit über dem Regal: „Ein Tag ohne Wein ist wie ein Tag ohne Sonne.“

Auf ihr Angebot ist die 31-Jährige stolz. „Die Ware stammt aus kleinen Manufakturen“, erklärt sie. Die meisten Dinge wurden in Handarbeit hergestellt. „Und ich kenne viele der Produzenten.“ Darunter sind auch reine Frauen-Unternehmen. Es gibt Produkte aus recyceltem Material und Waren einer Firma, die Menschen beschäftigt, die am Rande der Gesellschaft stehen. Das alles gefällt Sarah Landis.

Rund 1200 Kilometer entfernt von der Heimat

Aber wie kam sie auf die Idee, rund 1200 Kilometer entfernt von ihrer Gemeinde Saint-Cyr-sur-Mer an der Côte d’Azur einen „concept store“ zu eröffnen? Fangen wir vorne an: Ihre Mutter zog es als junge Frau in die Provence, und dort heiratete sie auch, kam Sarah zur Welt. Die wiederum ging zum Studieren ins Ruhrgebiet nach Bochum und der Liebe wegen später nach Dorsten.

Nach einigen Jahren bei einer Essener Firma beschloss die Historikerin, endlich ihren Traum zu erfüllen. „Es war Zeit, etwas eigenes auf die Beine zu stellen“, berichtet sie. Aber nicht in Dorsten. „Ich suchte eine größere Einkaufsstadt.“ Und wie es der Zufall wollte, erfuhr sie bei einem Anruf im Rathaus, als sie sich dort über Recklinghausen informierte, vom NRW-Förderprogramm „Soforthilfe Innenstadt“.

Sorgenkind „Breite Straße“ hat sie nicht abgeschreckt

Sarah Landis zahlt nun zwei Jahre lang nur 20 Prozent der Miete. Dafür sorgt sie für Leben in der Nähe der Breiten Straße, ein Sorgenkind mit all den Leerständen. Doch das hat die 31-Jährige nicht abgeschreckt. „Auf dem Weg zum Palais kommen hier viele vorbei“, sagt sie und zeigt nach draußen. Da betritt die nächste Kundin das Geschäft, auf dessen Fensterscheiben in großen Buchstaben „AMA“ steht. Und Sarah Landis erzählt gerne, was es damit auf sich hat. Auf Provenzalisch, einem Dialekt ihrer Heimat, bedeutet dieses Wort nämlich – lieben.

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