Emscher-Renaturierung

Schmutzwasser wird provisorisch umgeleitet

Bis zum 31. Dezember 2021 soll die Emscher frei von Abwasser sein. Um dieses Ziel fristgerecht zu erreichen, muss die Stadt Recklinghausen an zwei Stellen provisorisch nachhelfen.
Auf seinen letzten 200 Metern führt der Quellbach noch Abwasser. Hier wird demnächst vorübergehend ein Rohr eingesetzt, durch das das Schmutzwasser in den unterirdischen Kanal abgeleitet wird. © Alina Meyer

Die Emscher und ihre Nebenflüsse in Recklinghausen sind zum Großteil schon frei von Schmutzwasser. Das fließt heute durch unterirdische Kanäle ab. An zwei Stellen im Stadtgebiet wird allerdings noch Abwasser in die Emscher eingeleitet, und weil der Fluss zum Stichtag 31. Dezember 2021 definitiv abwasserfrei sein soll – so das Ziel der Emschergenossenschaft –, muss die Stadt dort provisorisch nachhelfen.

Die erste Baustelle entsteht in circa zwei Wochen am Quellbach in Röllinghausen. Der Bach entspringt an der Bergstraße in Berghausen und schlängelt sich etwa vier Kilometer durchs Stadtgebiet, ehe er in Röllinghausen in den Luisenbach und von dort aus in die Emscher mündet. „Auf seinen letzten 200 Metern führt der Quellbach noch Abwasser. Das wird aktuell noch über zwei Kanäle von der 300 Meter entfernten Hamsterweg-Siedlung zugeführt“, erklärt Franz-Josef Knoblauch, Abteilungsleiter Stadtentwässerung. Etwas versteckt unterhalb des Hamsterwegs am Hang ist der Abwasserkanal noch sichtbar. Er ist mit Sohlschalen ausgekleidet, die dafür sorgen, dass das Schmutzwasser nicht in den Untergrund sickert. Die Schalen sollen nach Abschluss aller dortigen Baumaßnahmen entfernt werden.

Schmutzwasser fließt durch Rohr ab

„Damit das Abwasser künftig nicht mehr in die Emscher gelangt, setzt die Tiefbaugesellschaft Tillmann auf den letzten Metern des Quellbachs, 300 Meter südlich des Hamsterwegs, demnächst ein Rohr ein, wodurch das Abwasser provisorisch in den bereits vorhandenen Abwasserkanal abfließt“, erklärt Knoblauch. Im Anschluss werde die Kanalisation Hamsterweg nördlich in den Abwasserkanal Merveldtstraße geleitet. Dann könne das Provisorium entfernt werden und der Bach führe wieder sauberes Quell- und Regenwasser.

Weiteres Provisorium an der Uferstraße

Ähnliches passiert in einer zweiten Baustelle an der Uferstraße/Dunantstraße in Recklinghausen-Süd. Dort gibt es einen etwa 70 Meter langen Kanal, der ebenfalls noch Abwasser in die Emscher leitet. Auch dort komme ein Provisorium zum Einsatz, durch das das Abwasser vorübergehend in den in Teilen schon vorhandenen, späteren Kanal eingeleitet wird. Anders als an der Merveldtstraße müsse an der Uferstraße laut Knoblauch noch ein 500 Meter langer Abwasserkanal gebaut werden. „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr damit starten können“, sagt er. Das provisorische Rohr sei keine dauerhafte Lösung. Es sei zu klein und werde nicht vollständig verbuddelt.

Immerhin: Nach diesen noch anstehenden Baumaßnahmen ist die Emscher zwar provisorisch, aber, und das ist das Wichtigste: rechtzeitig bis Jahresende ein sauberer Fluss.

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