„donum vitae“ informiert/Mit Video

„Sex Talk“: Fragen, die sich sonst kein Jugendlicher zu stellen traut

Die Beratungsstelle „donum vitae“ hilft nicht nur Schwangeren, sondern richtet sich auch an Jugendliche. Sie erfahren eine Menge über Liebe, Freundschaft, Sex und Verhütung.
Sie wollen helfen: die „donum vitae“-Beraterinnen Inga Seemann (l.) und Lisa Wolff (r.) mit Dieter Zöpfgen, Vorsitzender des Vereins. © Jörg Gutzeit

Informieren und aufklären, auch das gehört zu den wichtigen Aufgaben der Beratungsstelle „donum vitae“ (lateinisch: Geschenk des Lebens) an der Reitzensteinstraße 8, und zwar schon mehr als 20 Jahre. Zur Erinnerung: Engagierte Christinnen und Christen gründeten den Verein, nachdem die katholische Kirche ihren Beratungsstellen die Konfliktberatung und somit das Ausstellen des für einen Schwangerschaftsabbruch nötigen Beratungsscheins untersagt hatte. Allerdings geht es längst nicht mehr nur darum.

Flyer informieren sogar in fünf Sprachen

Doch damit die Menschen die Angebote von „donum vitae“ annehmen können, müssen sie erst einmal wissen, dass es sie gibt. „Darum drucken wir unsere neuen Flyer sogar in fünf Sprachen“, berichtet Vorsitzender Dieter Zöpfgen. Und da ist noch ein besonderer Handzettel: Er informiert über den Verhütungsmittelfonds. Hinter dem sperrigen Wort verbirgt sich ganz praktische Hilfe.

Frauen, die kein Geld für die Spirale, Pille oder eine Sterilisation besitzen, bekommen sie gratis. 15.800 Euro bewilligt der Kreistag dem Verein dafür jährlich seit 2020. „Das hört sich zwar viel an, aber die Summe ist schnell verbraucht, denn eine Sterilisation etwa kostet zwischen 300 und 500 Euro“, erzählt Beraterin Inga Seemann. Zuvor hatte „donum vitae“ das aus der eigenen Kasse bezahlt – bis zu 10.000 Euro im Jahr. „Es gibt Frauen, die sich die Sterilisation nicht leisten können, aber schon vier oder fünf Kinder haben. Sie sind auf uns angewiesen“, betont Beraterin Lisa Wolff.

Darf ich auch Oralverkehr ausprobieren?

Jede Menge Fragen beantworten die beiden Expertinnen auch in Zusammenarbeit mit ihrem Landesverband. Infos gibt es im Netz. Jugendliche und junge Leute können sich auf diesem Weg über das Thema „Sex und Recht“ schlaumachen: Wer darf mit wem? Werden Verhütungsmittel vom Staat bezahlt? Ist ein Schwangerschaftsabbruch erlaubt? Von der Pille danach über die vertrauliche Geburt bis hin zur Pornografie führt der verständliche Weg durch den Paragrafendschungel.

Der neue „Sex Talk“ richtet sich ebenfalls an den Nachwuchs. „Es gibt viele Fragen, die trauen sich Jugendliche nicht zu stellen“, weiß Inga Seemann. Was ist ein Orgasmus? Darf ich auch Anal- oder Oralverkehr ausprobieren? Ist Onanieren schädlich? Fragen über Fragen. Ausführliche Antworten gibt es ganz diskret bei „donum vitae“ auf der NRW-Homepage.

Hebammen-Cafés haben wieder geöffnet

Übrigens zählte das Team im vergangenen Jahr 468 Erstberatungen, davon waren 112 Konfliktfälle. „Wir stehen den Schwangeren und auch Paaren in jeder Situation bei und unterstützen sie auf ihrem gewählten Weg“, sagt Lisa Wolff. Vertrauliche Geburt, vorgeburtliche Diagnostik, Kinderwunsch, Prävention an Schulen und, und, und… Vieles ist im Laufe der 20 Jahre hinzugekommen. Nicht zu vergessen: die Hebammen-Cafés in Dorsten und Oer-Erkenschwick. Sie haben nach der Corona-Pause wieder geöffnet.

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