Knöllchen-Ärger

Stadt macht Rückzieher an der Volmestraße

So kann’s gehen: Anwohner beschweren sich über Falschparker, die Stadt kommt und verteilt Knöllchen. Dann beschweren sich Anwohner über die Knöllchen, jetzt zieht die Stadt sie zurück.
An der Volmestraße verteilte das Ordnungsamt offenbar auch ungerechtfertigte Knöllchen. © Jörg Gutzeit

Die Volmestraße wird nicht jeder Recklinghäuser kennen: Sie liegt im Süden der Stadt zwischen der Forell- und der Marienstraße, doch für den automobilen Durchgangsverkehr ist sie nicht nutzbar, weil man zur Marienstraße nur zu Fuß oder mit dem Rad vordringen kann. Dennoch herrscht auf der Volmestraße offenbar großer Parkdruck, was bedeutet: Jedes freie Plätzchen muss genutzt werden.

Das scheint, so legt es zumindest die Stellungnahme der Stadt nahe, nicht jedem Bewohner der Volmestraße zu gefallen. Rathaus-Sprecherin Anna Knopp teilt jedenfalls mit, dass der „Außendienst aufgrund einer Beschwerde zur Volmestraße gerufen wurde“. Die Begründung: In der Straße werde beidseitig geparkt, und das könne ja wohl nicht sein.

„Hinweise“ aus der Bevölkerung

Die Stadt sagt dazu: „In der Tat ist auf einer Seite der Gehweg baulich hergerichtet und die andere Straßenseite ist mit einem höhengleichen Seitenstreifen ausgestattet. Deshalb hat der Außendienst schließlich nach Hinweisen aus der Bevölkerung in dem fraglichen Bereich des höhengleichen Seitenbereiches Verwarnungen ausgestellt.“ Und zwar gleich in einer Höhe von 20 Euro, was die Stimmung zusätzlich anheizte.

Doch das sorgte für Unverständnis – bei einigen Bewohnern der Volmestraße, die sich das nicht ohne Einspruch gefallen lassen wollten. Und die Widerworte kamen offenkundig an, denn die Stadt musste einerseits einräumen, dass die Parksituation auf der Volmestraße nicht so eindeutig ist und es andererseits seit geraumer Zeit üblich war, dort genau so zu parken. „Seit 20 Jahren machen das hier alle so“, erklärt eine Anwohnerin.

Parkpraxis wurde in der Vergangenheit geduldet

Und das Wichtigste dabei ist: Da die Praxis in der Vergangenheit geduldet wurde, werden die laufenden Verfahren seitens des Ordnungsamtes eingestellt.

Aber die Stadt hebt den warnenden Zeigefinger, wie Anna Knopp erklärt: „Gegebenenfalls wird die Situation vor Ort zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal geprüft. Und sollte die Prüfung dazu führen, dass auf dem Seitenstreifen nicht geparkt werden kann, so werden zunächst Hinweise an die Fahrzeugführer verteilt, so dass sich alle Bürger auf die – unter Umständen – neue Situation einstellen können.“

Übersetzt heißt dies aber auch: So, wie die Stadt jetzt vorgegangen ist, war es erst einmal sehr forsch und möglicherweise auch nicht korrekt. Sicher ist, dass nur auf einer Straßenseite Verbotsschilder stehen, auf der anderen eben nicht.

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