Bußgeld-Schwemme

Stadt Recklinghausen kassiert 82.818 Euro an „Corona-Knöllchen“

Im Ordnungsamt der Stadt Recklinghausen stapeln sich die Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung. Rund 1000 Verwarn- oder Bußgeld-Verfahren sind aktuell noch anhängig.
Ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt patrouilliert in der Fußgängerzone an Passanten vorbei, die Mund-Nase-Bedeckung tragen. Seit Beginn der Pandemie haben viele Städte tausende Verstöße registriert und hohe Bußgeldsummen eingenommen (Symbolbild). © picture alliance/dpa

Axel Petersmeier, als Fachbereichsleiter Chef des Ordnungsamtes, hat eine vorläufige Bilanz der Corona-Pandemie aus Sicht der Behörde gezogen. Demnach hat die Stadt in Sachen Corona 1405 Ordnungswidrigkeiten-Verfahren erfasst und 450 Fälle abgeschlossen. Dabei sei es hauptsächlich um Verstöße gegen die Maskenpflicht und andere Kontaktbeschränkungen gegangen. Die 450 ertappten Maskenmuffel oder Quarantäne-Verweigerer müssen laut Petersmeier 82.818 Euro Buß- und Verwarngelder, sogenannte „Corona-Knöllchen“ bezahlen.

Um die aufgelaufenen anderen Fälle, immerhin rund 1000, in seinem Amt bewältigen zu können, „müssen wir die Mitarbeiterzahl in der Bußgeldstelle weiter aufstocken. Sonst ist das nicht zu schaffen“, sagte Petersmeier im städtischen Ausschuss für Feuerwehr und Ordnungsangelegenheiten. Denn mit dem Ende der dritten Corona-Welle und den aktuellen Lockerungen „boomt auch das normale Ordnungsgeschäft wieder“, wie Petersmeier es ausdrückte. Soll heißen: Während im Lockdown nur wenige Menschen draußen unterwegs waren, gab es kaum Park-Knöllchen und andere Bußgelder zu verteilen. Inzwischen habe sich das aber „normalisiert“.

Corona hat dem Ordnungsamt eine Menge Arbeit beschert: Knapp 18.000 Quarantäne-Verfügungen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Corona-Arbeitsgruppe im Ordnungsamt in den vergangenen 16 Monaten geschrieben und den Betroffenen mit Hilfe von Kräften aus mehreren Ämtern der Stadt auch direkt am Tag der Verfügung zugestellt. Und mehr als 4200 E-Mails zur Pandemie habe die Arbeitsgruppe beantwortet.

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