Zwei Teams unterwegs

Stadt Recklinghausen startet eigene Impfaktion

Zwei Impfteams der Stadt machen sich Freitag und Samstag auf den Weg, um die Impfquote in Recklinghausen zu erhöhen. Die Stadt appelliert, das Angebot anzunehmen, um die vierte Welle abzumildern.
In der Vestlandhalle auf dem Saatbruchgelände startet am Samstag die zweite Impf-Aktion. Bürger können ohne Termin vorbeischauen. © Jörg Gutzeit

Seit dem Start der Sommerferien steigen auch die Corona-Infektionen im Stadtgebiet wieder an. Für Mittwoch meldet das Kreisgesundheitsamt sechs neue Corona-Infektionen in Recklinghausen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt damit deutlich an von 10,8 am Dienstag auf 13,5 am Mittwoch. 22 Recklinghäuser gelten aktuell als infiziert und ansteckend, am Vortag waren es 16.

Zwar behandeln die drei Krankenhäuser im Stadtgebiet aktuell keinen einzigen Covid-Patienten mehr (wir berichteten), doch damit ist die Gefahr nicht gebannt. Die Mediziner rechnen mit einer vierten Welle. Ob und wie stark sie ausfallen wird, bleibt abzuwarten.

Doch abwarten – das will die Stadt nicht. Sie will die Sommerferien aktiv nutzen, um einer vierten Welle vorzubeugen, und der einzige Weg ist bekanntlich folgender: die Impfquote erhöhen. Dazu schickt die Stadt in dieser Woche in Abstimmung mit dem Arbeiter-Samariterbund (ASB) und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) erstmals zwei Impfteams heraus. Sie sollen den notwendigen Schutz unter die Bürger bringen.

Bürgermeister Christoph Tesche: „Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Impfungen der Schlüssel zum Weg zurück in die Normalität sind. Deshalb kann ich die Menschen nur ermutigen, die zusätzlichen Angebote wahrzunehmen.“ Auch in den drei Recklinghäuser Kliniken hofft man darauf, dass die Impfkampagne Fahrt aufnimmt. „Impfen ist das erste Mittel der Wahl, um den Verlauf der Pandemie positiv zu beeinflussen“, sagt der Sprecher des Prosper-Hospitals. Und Dr. Jens Geiseler, stellvertretender Ärztlicher Direktor des Klinikums Vest, meint mit Blick auf die wegen der hochansteckenden Delta-Variante steigenden Inzidenzen: „Jeder ist mitverantwortlich, diese Entwicklung in seinem Rahmen zu beeinflussen: An erster Stelle steht das Impfen.“

Impfaktion am Neumarkt und an der Vestlandhalle

Wer noch nicht geimpft ist, kann sich den Piks am Freitag, 23. Juli, ohne Termin in der Zeit von 11.30 Uhr bis 14 Uhr in die Räumen des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF), Am Neumarkt 33, abholen. Eine weitere Möglichkeit gibt es einen Tag später, am Samstag, 24. Juli, ebenfalls ohne Termin in der Zeit von 8.15 bis 14 Uhr in der Vestlandhalle an der Kurt-Oster-Straße 2/Saatbruch.

Nach Angaben der Stadt wird aus logistischen Gründen der Impfstoff von Moderna verabreicht. Mitzubringen sind Personalausweis, falls vorhanden ein Impfausweis und die elektronische Gesundheitskarte. Je nach Resonanz sollen die Angebote in den kommenden Wochen wiederholt werden.

Spontaner Piks am Impfzentrum

Auch im Impfzentrum des Kreises am Konrad-Adenauer-Platz kann sich jeder spontan impfen lassen und zwar von Montag bis Samstag, 8 bis 18.30 Uhr. Mit Flugblättern und Zeitungsanzeigen in acht Sprachen und demnächst mit einem großen Banner am Zaun des Zentrums ruft die Stadt die Bürger auf, sich zu beteiligen.

Zuletzt blieben die Kapazitäten des Impfzentrums am Konrad-Adenauer-Platz ungenutzt. Bis zu 2500 Impfungen sind dort pro Tag möglich. Von Donnerstag bis Sonntag letzter Woche wurden jedoch täglich nur zwischen 435 und 936 Spritzen verabreicht, berichtet Kreis-Sprecherin Lena Heimers. Impfstoff von Biontech und Moderna stehe in ausreichenden Mengen zur Verfügung, so der Kreis.

Erst rund die Hälfte der Bevölkerung im Kreis hat einen vollständigen Impfschutz. Etwa 15 Prozent der Bürger haben bislang eine Spritze erhalten. Zahlen auf Städteebene liegen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe nicht vor.

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