Radverkehr

Stress auf Fahrradstraßen: CDU, Grüne und ADFC halten am Modell fest

Auf Fahrradstraßen, etwa am Nonnenbuschweg in Hochlarmark, kommt es zu Konflikten zwischen Verkehrsteilnehmern. CDU, Grüne und ADFC stehen hinter der Idee, dem Radverkehr Vorrang einzuräumen.
Der Elper Weg ist Recklinghausens neueste Fahrradstraße. Das große Banner informiert über die Grundregeln für alle Verkehrsteilnehmer. © Jörg Gutzeit

Rund 20 Fahrradstraßen gibt es im Stadtgebiet. Auf neu eingerichteten, wie dem Nonnenbuschweg zwischen Stuckenbusch und Hochlarmark, klagen Anwohner über rücksichtslose Radfahrer. Für die Koalition von CDU und Grünen sind Fahrradstraßen dennoch der richtige Weg, um den Radverkehr in Recklinghausen zu fördern. „Wir führen die Fahrradstraßen ja gerade aus dem Grund schrittweise ein, damit die Bürger sich daran gewöhnen können“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Benno Portmann auf Nachfrage dieser Zeitung.

Die großen Anzeigebanner an den neuen Fahrradstraßen würden allen Verkehrsteilnehmer verdeutlichen, was auf den Fahrradstraßen gilt: Der Radverkehr hat Vorrang, es gilt maximal Tempo 30 und Radler dürfen nebeneinander fahren. „Wir als ADFC würden uns natürlich mehr reine Fahrradwege wünschen, aber Fahrradstraßen sind ein guter Kompromiss“, sagt Peter Brautmeier, Sprecher der Recklinghäuser Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Er selbst fahre regelmäßig den Nonnenbuschweg entlang und habe die von Anwohner beschriebenen Probleme dort bislang nicht festgestellt.

Ein ganzes Netz von Verbindungen

Auch Volker Schäper von den Grünen, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Tiefbau und Mobilität, ist vom Modell der Fahrradstraßen überzeugt und begrüßt es, dass mit dem Elper Weg und in Kürze auch dem Beisinger Weg zwei Fahrradstraßen hinzukommen, auf denen viele Schüler unterwegs seien und auf denen bislang der Autoverkehr deutlichen Vorrang hatte. „Von der derzeit im Bau befindlichen Radstation am Hauptbahnhof wird sich künftig ein ganzes Netz von Fahrradstraßen über die Stadt ziehen“, blickt er in die Zukunft. Auch die Radwegeplanung werde überarbeitet. Dabei ginge es auch, die Schulwege zu verbessern und sicherer zu machen.

„Aber natürlich gilt, dass Radfahrer wie alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen müssen“, ergänzt Peter Brautmeier für den ADFC. „Leider können wir nicht verhindern, dass Einzelne sich schlecht verhalten.“ Meckern und Pöbeln, wie von den Bürgern in Hochlarmark beschrieben, sei nie eine Option: „Wenn ich mich als Radfahrer bemerkbar machen will, benutze ich die Klingel. Und dann fahre ich vorsichtig und mit Abstand an den Fußgängern vorbei.“

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