Stromausfälle und Cyber-Attacken Stadt Recklinghausen bereitet sich auf den Ernstfall vor

Die Montage zeigt den Ersten Beigeordneten der Stadt Recklinghausen, Ekkehard Grunwald, vor einem Hochspannungsschild, das an einem Maschendrahtzaun hängt.
Ekkehard Grunwald, Erster Beigeordneter der Stadt Recklinghausen, leitet den Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE). © dpa, Jörg Gutzeit/ Montage
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Das Risiko für einen Totalausfall der kritischen Infrastruktur ist nicht nur aufgrund des andauernden Ukraine-Kriegs gestiegen. Der Erste Beigeordnete Ekkehard Grunwald leitet den Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Recklinghausen. „Der völkerrechtswidrige Krieg Russlands gegen die Ukraine hat uns vor Augen geführt, dass wir uns für einen möglichen Blackout rüsten müssen – so gut es eben geht“, sagt Grunwald. „Als Kommune müssen wir handlungsfähig bleiben, auch für die Bürgerinnen und Bürger. Aus diesem Grund haben wir bereits erste Schritte in die Wege geleitet. Diese gehen Hand in Hand mit einer Reihe an Dringlichkeitsbeschlüssen, um möglichst schnell zu handeln.“

Stadt hat 27 Satellitentelefone

Dazu gehört etwa die Beschaffung von 25 Satellitentelefonen samt Akkus auf Vorrat. Die kommen zum Einsatz im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls, von dem auch die Telekommunikation betroffen wäre. So soll die Arbeitsfähigkeit eines begrenzten Personenkreises gewährleistet werden. Hinzu kommen zwei Satellitentelefone, die der Kreis Recklinghausen zur Verfügung stellt. Für den Ernstfall werden außerdem neun Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger eingerichtet – die sogenannten Notfallinformationspunkte (NIP). Diese dienen der Information und ersten Koordination. Sollte es tatsächlich zu einer solchen Krisensituation kommen, erhalten Bürger auch entsprechende Informationen direkt am Rathaus.

Die Notfallinformationspunkte im Überblick:

Weitere Information zum Thema Stromausfall finden sich außerdem auf der Homepage des Kreises Recklinghausen: www.kreis-re.de/notfallinfo.

  • Feuer- und Rettungswache, Kurt-Schumacher-Allee 2
  • Gerätehaus Speckhorn, Kühlstraße 16
  • Gerätehaus Suderwich, Stresemannplatz 34
  • Gerätehaus Süd, Am Neumarkt 20
  • Gerätehaus Hochlar, Averdunkstraße 1
  • Seniorenzentrum St. Michael, Michaelstraße 3
  • Prosper-Hospital, Mühlenstraße 27
  • Rettungswache Ortloh, Röllinghäuser Straße 32
  • Klinikum Vest, Dorstener Straße 151

Notstromaggregate angemietet

Um die wichtigsten Verwaltungsaufgaben bei einem Stromausfall gewährleisten zu können, hat die Stadt zunächst vier Netzersatzanlagen angemietet. Auch der Kauf solcher Notstromaggregate ist in die Wege geleitet worden. Um die Treibstoffversorgung für die Verwaltung und die Kommunalen Servicebetriebe Recklinghausen (KSR) gewährleisten zu können, wurde außerdem ein Tankwagen mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Litern gekauft. Der Treibstoff ist in erster Linie dafür nötig, um die Netzersatzanlagen in Betrieb halten zu können.

Der SAE hat seit dem Ukraine-Krieg bereits siebenmal zum Thema „Stadt ohne Strom“ getagt. Der Stab besteht bestehend aus Repräsentanten der jeweiligen Verwaltungsbereiche, der Feuerwehr und der KSR. Auch der Großbrand in der Kinderwelt an der Hochstraße im Jahr 2019 war ein Fall für den SAE.