Bundestagswahl 2021

Unter 18-Jährige stimmen für die SPD

In einer Woche steht die Bundestagswahl bevor. Anders als die Erwachsenen haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ihre Stimme bereits abgegeben – bei der bundesweiten U18-Wahl.
Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 der Otto-Burrmeister-Realschule unter der Leitung von Sowi-Lehrer Hunther Hamm haben im Jugendtreff Hillerheide ihre Stimme für die U18-Wahl abgegeben. © Alina Meyer

Schülerinnen und Schüler aus Recklinghausen haben vom 13. bis 17. September an der U18-Wahl teilgenommen. Ginge es nach ihnen, hieße der künftige Bundeskanzler Olaf Scholz. Die SPD würde mit 27,45 Prozent der Stimmen knapp vor der Union mit 26,8 Prozent liegen. Auf einem abgeschlagenen dritten Rang liegen die Grünen mit nur 13,1 Prozent. Die viertgrößte Wählergruppe teilt sich auf die sonstigen Parteien auf. Die Liberalen verpassen mit 9,8 Prozent der Stimmen hauchdünn ein zweistelliges Ergebnis während die Linke 6,5 Prozent erreicht. Überraschenderweise zieht nach der U18-Wahl die Tierschutzpartei mit 5,2 Prozent in den Bundestag ein, und die AfD scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. In Recklinghausen wurden 153 abgegebene Stimmen berücksichtigt.

In die offizielle Bundestagswahl werden diese Ergebnisse nicht einfließen. Trotzdem lief die U18-Wahl unter ähnlichen Bedingungen ab. Es gab Wahllokale, Stimmzettel und eine geheime Wahl mit anschließender Auszählung und Wahlergebnis. Der Jugendtreff Hillerheide bildete eins von vier Wahllokalen in Recklinghausen. „Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für Politik und Wahlen zu begeistern und ihnen klarzumachen, dass das Wahlrecht nicht selbstverständlich ist und genutzt werden sollte“, sagt Leiter Björn Schmidt-Freistühler.

An die Achtklässler der Otto-Burrmeister-Realschule gewandt, die am Freitag (17.9.) gekommen sind, um zu wählen, sagt er: „Bis ihr 18 Jahre alt seid, bestimmen die Erwachsenen für euch. Wir finden es aber wichtig, dass eure Altersgruppe bei der Wahl nicht vergessen wird, dass auch eure Interessen vertreten werden.“

Unterschiedliche Erfahrungen bei der U18-Wahl

Sozialwissenschaftslehrer Gunther Hammer hat die 13-bis 15-jährigen Schüler im Unterricht vorbereitet. „Die Wahlzahlen gehen Jahr für Jahr runter. Deshalb ermuntern wir unsere Schüler schon früh, ihr Wahlrecht zu nutzen. Wählen gehen lohnt sich – diese Botschaft wollen wir vermitteln.“

In der Wahlkabine selbst sammelten die Schüler unterschiedliche Erfahrungen. „Ich fand es schwierig, mich zu entscheiden. Es gibt so viele Kandidaten und ich kenne die Leute ja gar nicht“, sagt die 13-jährige Katharina. Entela (14): „Es gibt zum Teil gute Youtube-Videos, in denen die Kandidaten und Parteien vorgestellt werden. Das ist sehr hilfreich.“ Ida (13): „Die U18-Wahl war eine gute Erfahrung. Das bereitet uns gut für spätere Wahlen vor. Wählen gehen finde ich wichtig, denn jede Stimme zählt.“ Schüler aus neun Schulklassen gaben am Freitag ihre Stimme im Jugendtreff an der Heidestraße 25 ab.

Vier Wahllokale in Recklinghausen

Zusätzlich zu der Einrichtung gab es drei weitere Wahllokale in Recklinghausen: den Kinderschutzbund, die Bauspielfarm, das Heinrich-Pardon-Haus und den Jugendtreff ZAKK. Das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) und der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) machten die U18-Wahl in der Stadt möglich.

„Der Deutsche Kinderschutzbund setzt sich schon seit Jahren für ein Wahlrecht ab 16 Jahren ein“, sagt Leiterin Marie-Christin Oneschkow in Recklinghausen. „In diesem Jahr war die Resonanz sehr gut. Einige Kinder und Jugendliche sind gezielt in unsere Einrichtung gekommen, um ihre Stimme abzugeben.“

Der Abend in Recklinghausen

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt